Ausstellungsexperiment
project-dah

Migrationsgeschichte digital erleben

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Das Team in Bremerhaven testet digitale Erzählformate, um die Rituale, Ideale und Debatten rund um Migration online und im Museum erfahrbar zu machen.

Am Deutschen Auswandererhaus werden mithilfe realer Familiengeschichten und durch die Rekonstruktion historischer Schauplätze vielfältige Facetten von Migration veranschaulicht. Außerdem setzen wir uns im Museum mit den Haltungen unserer BesucherInnen zum Thema Migration auseinander. Gesellschaftliche Debatten finden aber zunehmend im Netz statt. Virtuelle Realitäten sind längst nicht nur bei Computerspielen etabliert und machen Vergangenes oder Unbekanntes erlebbar. Diesen Entwicklungen tragen wir im Teilprojekt Rechnung und fragen: Wie können digitale Technologien dazu beitragen, einen Dialog zur Migration anzuregen? Machen sie biografische und emotionale Aspekte von Aus- und Einwanderung intensiver erfahrbar?

Kann Empathie digital vermittelt werden?

Unser Ziel ist es, einen intensiveren Austausch zwischen dem Museum und den BesucherInnen zu ermöglichen. Wir möchten ihre Bereitschaft fördern, sich mit Ein- und Auswanderung auseinanderzusetzen. Gleichzeitig loten wir Potentiale, aber auch Grenzen von immersiven, digitalen Erzählformaten bei der kulturhistorischen Wissensvermittlung aus.

Emotionen als virtuelle Realitäten

Diesen Zielen nähen wir uns unter anderem über die Nutzung von Virtual- und Mixed-Reality-Installationen zur Vermittlung biografischer und emotionaler Aspekte von Einwanderung. Statt der reinen Konstruktion physisch unzugänglicher Räume oder historischer Orte werden hierzu Informationen über interaktive Situationen transportiert, Narrative ergänzen das bloße Zeigen.

Tony, Hildegard und August Schlicht, um 1912.

Erste Elemente der neuen Technik werden mit Besuchern in einem Ausstellungsexperiment getestet. Darin erzählt das Museum die Geschichte der Hamburger Familie Schlicht während und nach dem Ersten Weltkrieg. © Sammlung Deutsches Auswandererhaus

Im Rahmen von „museum4punkt0“ werden hierzu auch ausgewählte Objekte der Sammlung digital erfasst.

Im Rahmen von „museum4punkt0“ werden hierzu auch ausgewählte Objekte der Sammlung digital erfasst. © Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven / Foto: Manuel Krane

Blick in den ersten Ausstellungsraum

Mit Originalobjekten oder komplett digital – untersucht wird, welches Verständnis die jeweilige Inszenierungsart bei den Besuchern hervorruft. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Andreas Heller

Blick in die VR-Räume

Die Erkenntnisse fließen in die weitere Teilprojektplanung ein. © Deutsches Auswandererhaus / Foto: Andreas Heller

„Dialog Migration“: Museum als Ort der Kommunikation

Über ein Online-Portal möchten wir einen digitalen Raum schaffen, der einen intensiven Austausch zwischen Museum und Besuchern erlaubt. Dabei erproben wir Befragungs- und Interaktionsformate sowohl zu aktuellen politischen Debatten als auch zu historischen Migrationsthemen. So werden beispielsweise Familiengeschichten und Erinnerungsobjekte von NutzerInnen online gesammelt und präsentiert.

Kommunikationsportal: Frau mit Smartphone

Kommunikationsportal „Dialog Migration“ auf dem Smartphone © Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven / Foto: Manuel Krane

Erkenntnisse zur digital gestützten Kommunikation im musealen Kontext

Die Herausforderungen, die Besucher zu diesem Austausch anzuregen und sie innerhalb der hauseigenen Kanäle wie Website oder Social Media-Präsenzen zu den entsprechenden Stellen zu führen, werden umfangreich dokumentiert und anschließend als Erfahrungswissen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ebenfalls dokumentieren wir in diesem Kontext die technischen Herausforderungen, die sich beim Aufbau des Kommunikationsportals sowie der Besucherleitung zu diesem stellen. Dazu gehören auch Diskussionen über die Einsatzmöglichkeiten von Open Source-Software bei wissenschaftlichen Umfragen.

Unsere Ansätze zur Virtual- und Mixed-Reality-Vermittlung begleiten wir durch intensive Tests mit verschiedenen Ausstellungssettings. Diese sind teils analog, teils digital ausgestaltet. Alle Schritte von der Konzeption zum Aufbau werden dokumentiert und von umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen begleitet. So entsteht eine komplexe Auseinandersetzung, in der Möglichkeiten und Grenzen virtueller und gemischter Realitäten diskutiert und getestet werden.

In Entwicklung

Eine Nutzerin nimmt an der ersten Befragung von „Dialog Migration“ teil.

Eine Nutzerin nimmt an der ersten Befragung von „Dialog Migration“ teil. © Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven / Foto: Manuel Krane

Dialog Migration

Das Kommunikationsportal ermöglicht die Interaktion mit den Besuchern vor und nach dem Museumsbesuch.
Kommunikationsportal besuchen

Plakat zum Ausstellungsexperiment KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921

Plakat zum Ausstellungsexperiment KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921 © Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Ausstellungsexperiment

Seit August 2018 testen wir in einem Ausstellungsexperiment zum Thema Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg Möglichkeiten der Vermittlung – digital und virtuell einerseits, durch originale Objekte andererseits.
Informationen zum Experiment

Beteiligte Personen

Dr. Simone Eick

Teilprojektleitung / Direktorin, Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

BIRGIT BURGHART

Teilprojektsteuerung / Referentin der Direktion des Deutschen Auswandererhaus

+49(0)471 9022 00 b.burghart@dah-bremerhaven.de

Manuel Krane

Pressearbeit zum Teilprojekt, Kommunikationsportal „Dialog Migration“

Janina Schneider

Volontärin, Aufbereitung von Ausstellungsinhalten

Katie Heidsiek

Konzeption von Befragungen und Evaluationen, Kommunikationsportal „Dialog Migration“

Johanna Knoop

Volontärin, Aufbereitung Statistiken & Familiengeschichten

Logbuch

Alle Teilprojekte

Migrationsgeschichte digital erleben

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Das Team in Bremerhaven testet digitale Erzählformate, um die Rituale, Ideale und Debatten rund um Migration online und im Museum erfahrbar zu machen.

Kulturgut Fastnacht digital

Museen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht

Wie lassen sich immaterielle Facetten von Bräuchen digital erleben und interaktiv vermitteln? Das erforschen die Fastnachtsmuseen Narrenschopf und Schloss Langenstein.

Der humboldt’sche Kosmos im digitalen Raum

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Objekte erkunden, Besucheridentifikation fördern – durch spielerische Ansätze und interaktive digitale Tools agieren BesucherInnen als KuratorInnen.