digitale Anwendung Augmentation

Abelam Guide 4.0 – interpersonelle Ausstellungsvermittlung mit AR neu denken

Mit dem Projekt „Abelam Guide 4.0“ wird AR-Technologie erstmals zur Erweiterung eines interpersonellen Vermittlungsformats im Museum genutzt – im Kontext von Sonderführungen für BesucherInnen-Gruppen. Die Anwendung erweitert proaktiv die Möglichkeiten der musealen Narration im Ausstellungsraum. Ihr zentraler Gegenstand ist das sogenannte Kulthaus der Abelam, eines der bedeutendsten Großobjekte der Ozeanien-Sammlung des Ethnologischen Museums, welches im Humboldt Forum zu sehen sein wird.

Informationen zur Nachnutzung
Abelam Guide 4.0 mit Augmented Reality

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Bei einer regulären Führung von BesucherInnen-Gruppen sind die Aktionsmöglichkeiten des Guides – etwa auf gesonderte Details zu verweisen oder ein Objekt zu kontextualisieren – relativ eingeschränkt. Dies ist bei größeren Objekten besonders spürbar. Die AR-Anwendung soll daher die interpersonelle Interaktion des Guides mit der Gruppe erleichtern und seinen Aktionsradius vor Ort vergrößern.

Zudem wird über die AR-Anwendung die Partizipation der BesucherInnen-Gruppe gesteigert: sie eröffnet Möglichkeiten zur spielerischen Selbsterkundung des Objekts im virtuellen Raum. 

Vermittlungsziele

Das Kulthaus der Abelam ist eines der bedeutendsten Artefakte des Ethnologischen Museums. Es ist aus Elementen verschiedener Sammlungsphasen zusammengefügt und wird in dieser Form zum ersten Mal im Humboldt Forum zu sehen sein.

  • Eine Begehung des Kulthauses im Ausstellungsraum ist prinzipiell nicht möglich. Die AR-Anwendung wird eingesetzt, um schwer einsehbare Bereiche für BesucherInnen zu öffnen und einzelne im Haus befindliche Objekte sicht- und erkundbar zu machen.
  • Darüber hinaus unterstützt die AR-Anwendung den interpersonellen Austausch sowie das dialogische Vermittlungsprinzip. Indem die BesucherInnen Freiraum zur individuellen Erkundung erhalten, wird ein eigener Zugang möglich und ihre Neugier gefördert – als Basis des Austauschs mit dem Guide und mit anderen Museums-BesucherInnen.
  • Das traditionell-lineare Vermittlungsformat wird dadurch aufgebrochen. Die Anwendung bietet Werkzeuge zur aktiven und vielgestaltigen Beteiligung von BesucherInnen und erweitert die Bildungs- und Vermittlungsangebote im Museum.

Konzept im Überblick

Zielgruppe
geschulte Museums-Guides, BesucherInnen-Gruppen
Vermittlungsansatz
geleitetes Storytelling unter Einbindung von Augmented Reality (AR)
Format
AR-Anwendung für mobile Geräte
Anwendungsbereich
Dauerausstellung; Führungen im Museum

Der „Abelam Guide 4.0“ richtet sich an geschulte Museumsguides, die mit der AR-Anwendung ihre Narration erweitern und gestalten. Ebenso steht er BesucherInnen-Gruppen zur Verfügung, deren TeilnehmerInnen durch die AR-Anwendung neue Möglichkeiten des Objektzugangs und Austausches erhalten.

Auf die inhaltliche Einführung durch den Guide einer Sonderführung folgt eine spielerisch angeleitete Erkundung des Abelam-Kulthauses durch die BesucherInnen. Dabei wird das Kulthaus durch AR-Technologie mit 3D-Digitalisaten einzelner Objekte oder zusätzlichen, digital vermittelten Informationen angereichert. So werden ansonsten schwer einsehbare Details erfahrbar und unzugängliche Bereiche, wie etwa die Initiationskammern des Kulthauses, für BesucherInnen digital begehbar.

Im Rahmen der Erzählung kann ein Guide objektbasierte Inhalte auf den Geräten der BesucherInnen einblenden und die jeweiligen digitalen Bereiche des Kulthauses zur eigenständigen Erkundung freigeben. Sobald der Guide die digitalen Objekte eingeblendet hat, können BesucherInnen diese mit ihrem eigenen Gerät erkunden. Ferner kann der Guide bestimmte Objekte, anhand derer sich Details erläutern lassen, in den Vordergrund der BesucherInnen-Geräte bringen. Vorgesehen ist auch, BesucherInnen zu ermöglichen, jene Objektdetails zu markieren, über die sie gern weiterführende Informationen erhalten möchten. Dies kann als Grundlage einer dialogischen Auseinandersetzung in der Gruppe dienen.

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Mock-up AR-Anwendung. Gerät des führenden Guides (links) und eines Besuchers (rechts). Visualisierung: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH, CC BY 4.0

Mit der AR-Anwendung wird sowohl dem Guide als auch den BesucherInnen ein Werkzeug an die Hand gegeben, das digital unterstützte Museumserlebnis zu gestalten. Der Guide kann den Aktionsradius seiner Erzählung erweitern. Den BesucherInnen eröffnen sich Wege einer partizipativen Beteiligung an der Vermittlung im Museum.

Nachnutzung

Sourcecode der Anwendung

Im Laufe des Jahres 2020 stellen wir den Sourcecode des AR-Guides zur freien Nachnutzung zur Verfügung.

Ansprechpersonen bei Fragen

Bettina Probst, Staatliche Museen im Humboldt Forum / SPK Projektleitung Planung und Präsentation der Museen im Humboldt Forum
E-Mail: b.probst@smb.spk-berlin.de

Cristina Navarro, Staatliche Museen zu Berlin
E-Mail: c.navarro@smb.spk-berlin.de

Entstanden im Teilprojekt "Visitor Journeys neu gedacht – digitale Erweiterung des Museumsbesuchs"

zum Teilprojekt