digitale Anwendung Native App

Ping! Die Museumsapp – spielerisch durchs Museum

Die prototypische mobile App „Ping! Die Museumsapp“ (bis 2020 unter dem Namen „Mein Objekt“) nimmt die BesucherInnen mit auf eine spielerische Reise durch das Museum. Sie treten mit einem auf ihre Interessen abgestimmten Objekt in Kontakt. Dieses führt in einem interaktiven Dialog durch die Sammlungen. Im Auftrag der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss wurde „Ping! Die Museumsapp“ von der Humboldt-Innovation GmbH, Thomas Lilge, Christian Stein, entwickelt. Die Weiterentwicklung fand in Kooperation mit dem assoziierten Partner, dem Badischen Landesmuseum im Rahmen des Projekts Creative Collections statt. Großer Dank für die Unterstützung gebührt der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität Greifswald.

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Entstanden im Teilprojekt
"RealDigital – Hybride Kultur-Veranstaltungen"
Bearbeitungsstand

Release

Mit einem Objekt im Dialog

Mit einem Objekt im Dialog, Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Christian Stein, CC-BY 4.0

Die Anwendung „Ping! Die Museumsapp“ bietet Museen und Ausstellungshäusern ein modernes und spielerisches Vermittlungsformat auf dem Handy ihrer BesucherInnen. Die NutzerInnen verwenden also ihre eigenen Endgeräte (Bring your own device, BYOD). Mittels spielerischer Wischgesten auf dem Touchscreen des eigenen Handys verabreden sie sich mit Exponaten, die ihr Interesse wecken. In einem interaktiven Chat wird das Exponat lebendig, Hintergrundwissen wird vermittelt. Blickführung und Sehschulung ermöglicht die Anwendung ebenfalls. Mit jeder Interaktion lernt die Anwendung die BesucherInnen besser kennen, das Museum wird personalisiert. Wichtig für die Museen: Die Anwendung erfordert lediglich ein WiFi im Eingangsbereich, weitere Infrastruktur ist nicht notwendig. Die Anwendung kann auch bereits vor dem Museumsbesuch zum Erstellen eigener personalisierter Touren genutzt werden.

Das Exponat wird entdeckt
Das Exponat wird entdeckt, Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Christian Stein, CC-BY 4.0

Vermittlungsziele

Das Handy ist zum permanenten Begleiter des Menschen avanciert. Messenger Apps, Instagram – hochpersonalisierte und gamifizierte Anwendungen sind unsere mediale Routine. „Ping! Die Museumsapp“ erprobt, welche dieser Prozesse und Gewohnheiten auch im Museumsbereich zu einer erweiterten und vertieften Erfahrung mit Kulturgütern führen können.

Über die App soll BesucherInnen ein personalisierter und aktiver Umgang mit den Exponaten ermöglicht werden. Das Museum kann außerdem über den physischen Raum hinaus erweitert werden und der Besuch bereits vor dem Betreten des Museums beginnen.

Die prototypische mobile App „Ping! Die Museumsapp“ nimmt die BesucherInnen mit auf eine spielerische Reise durch das Museum. Als Startpunkt der Tour wählt jede/r BesucherIn per Wischgesten seine/ihre Lieblingsobjekte aus: Ein Algorithmus erkennt hierbei die Interessen der Spielenden. Im Hintergrund entsteht ein Profil mit den Besuchsinteressen.

Über einen interaktiven Chat wird ein „persönlicher“ Kontakt mit dem präferierten Exponat generiert. Der Dialog entwickelt sich je nach Auswahl der Antworten und Aussagen individuell. Die Gespräche sind dabei mal ernst, mal heiter, mal launig, mal rätselhaft. Der Sprachduktus passt sich an die Interaktion der NutzerInnen an.

Konzept im Überblick

Zielgruppe
Alle Menschen, die ein Smartphone bedienen können
Vermittlungsansatz
Spielerische Interaktion
Format
native App (iOS und Android)
Anwendungsbereich
Weg durchs Museum / außerhalb des Museums

Die App greift zudem typische Formen der Smartphone-Nutzung auf: BesucherInnen erstellen beim Gang durch das Museum eine Kollektion ihrer Lieblingsobjekte. Eigene Handy-Fotos werden über eine Bilderkennung mit Objektdaten vernetzt. Das erworbene Wissen geht somit nach dem Museumsbesuch nicht verloren. Ergänzt um weitere Informationen wird es in der App hinterlegt, sodass NutzerInnen sukzessive ihre eigene Sammlung kuratieren können.

Das „Ping! Die Museumsapp“ zugrundeliegende Menschenbild ist der Homo Ludens, der spielende Mensch. Die Lust am Ausprobieren, das Explorieren fremder Umgebungen,  Neugier, Fantasie und Humor zeichnen diesen Typus aus. In der kulturhistorischen Herleitung von Johan Huizinga ist es aber nicht so, dass der Mensch gerne spielt, sondern Kultur selbst entsteht im Spiel. „Ping! Die Museumsapp“ versucht also grundsätzliche Parameter des Kulturmenschen in den Museumsbereich (wieder) hineinzutragen. Hierzu werden auch Gamemechaniken aus dem Gamedesign verwendet wie zum Beispiel Ownership, Customization, Storytelling, Meaningful Choices, Eyecandy, Surprise, Branching Choices, Cascading Information, Achievement, Collection Building und vieles mehr.

Nachnutzung

Zugang & Sourcecodes

Der Prototyp der App „Ping! Die Museumsapp“ ist quellcode-offen. Der Sourcecode mitsamt technischer Dokumentation steht anderen Kultureinrichtungen zum Download und zur individuellen Anpassung hier auf GitHub zur Verfügung.

Begleitend zur App werden hier eine Darstellung des Prototypen und der Erfahrungen aus der Projektarbeit sowie verschiedene Hilfsmittel und Anleitungen zur Nachnutzung bereitgestellt.

Ansprechperson

Lavinia Frey
Teilprojektleitung / Geschäftsführerin Programm und Projekte Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss; Geschäftsführerin Humboldt Forum Kultur GmbH
+49(0)30 2659 5000
lavinia.frey@humboldtforum.org

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