Untersuchung Virtual Reality

Rezeptionsforschung 360°-Anwendung „10 Jahre Neues Museum“

Die 360°-Anwendung „10 Jahre Neues Museum“ wurde quantitativ wie auch qualitativ hinsichtlich ihres NutzerInnenkreises und der Rezeption von BesucherInnen untersucht. Systematisch sammeln wir so vertiefte Erkenntnisse dazu, wie digitale Vermittlungsformate in Museen eingesetzt und bestmöglich gestaltet werden können.

Informationen zur Nachnutzung

BesucherInnen nutzen die 360°-Anwendung in der Treppenhalle des Neuen Museums, Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Josefine Otte, CC BY 4.0

Die 360°-Anwendung wurde anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Wiedereröffnung des Neuen Museum angeboten. Sie versetzte die NutzerInnen für die Dauer des Erlebnisses virtuell in die ursprüngliche Treppenhalle vor der Kriegszerstörung. BesucherInnen konnten somit diese historische Schicht des Ortes im Ganzen erleben. Im Zentrum der Anwendung steht die Beschreibung der sechs monumentalen Wandbilder Wilhelm von Kaulbachs und ihrer detailreichen Inhalte: eine Darstellung der Entwicklung von Kulturgeschichte. Wesentlich ist die Funktion der Wandbilder als Schlüssel zum Verständnis der gedanklichen Konstruktion des Museums und als Zeugen des zeitgenössisch-vorherrschenden Kulturverständnisses. Die Konzeption des digitalen Angebots versprach eine neue Verständnisebene sowohl der Geschichte des Museums als auch der ergänzenden Wiederherstellung durch Chipperfield / Harrap. Die BesucherInnen hatten damit auch die Möglichkeit, auf Details aufmerksam zu werden, sich mit der Architektur, Ausstattung und Geschichte des Ortes auseinander zu setzen und sich selbst zum Umgang mit Rekonstruktionen zu positionieren.

Beobachtung und Nutzer*innen-Befragung im Neuen Museum
Beobachtung und NutzerInnen-Befragung im Neuen Museum, Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Fanet Göttlich, CC BY 4.0

Die vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Kooperation mit Architectura Virtualis und ZDF digital entwickelte Anwendung diente dem Team von museum4punkt0 als Anwendungsbeispiel zur Untersuchung des potenziellen Mehrwertes von 360°-Anwendungen zur Vermittlung kunsthistorischer und historischer Inhalte. Mithilfe von quantitativen wie auch qualitativen Befragungen begleiteten wir den laufenden Betrieb der Anwendung im Neuen Museum. Wir wollten herauszufinden, welche NutzerInnen sich tatsächlich für das Vermittlungsformat interessierten, welche Besuchs-Motivationen (nach John H. Falk) und Erwartungen sie leiteten und welche Vermittlungsziele erreicht werden konnten. Ziel ist es, die unterschiedlichen Eigenschaften und Möglichkeiten, welche jedes Medium in Bezug auf Design und technische Funktionsweise mitbringt, zu erfassen und zu verstehen, wie sich ebendiese auf das Nutzungs- und Rezeptionsverhalten von BesucherInnen auswirken. Die Ergebnisse der BesucherInnen-Befragung und -beobachtung werden zu einer konkreten Analyse der Anwendung in Beziehung gesetzt. So können wir verstehen, wie sich die Gestaltung auf das Erlebnis der NutzerInnen ausgewirkt hat.

Untersuchungszeitraum:
10/2019 – 11/2019
Ansatz:
Methodenmix aus quantitativer und qualitativer Forschung
Methoden:
Quantitative Befragung mit Fragebögen, Verdeckte Beobachtung, Qualitative Kurzinterviews
Ort der Untersuchung:
Neues Museum der Staatlichen Museen zu Berlin

Im Rahmen dieser Rezeptionsforschung wurde die Anwendung während des laufenden Betriebs des Neuen Museums begleitet. Die Studie knüpft an die BesucherInnen-Forschung des Teilprojektes „Visitor Journeys neu gedacht“ an, in welcher ebenfalls ein Methoden-Mix aus quantitativer und qualitativer Forschung zum Tragen kam. Dabei wurden insbesondere die Visitor Journeys der NutzerInnen der Staatlichen Museen zu Berlin untersucht.

Die fertigzustellende Studie wird Erkenntnisse über zielgruppengerechte Einsatzszenarien von 360°-Vermittlungsformaten beinhalten:

  • Welche Zielgruppen werden angesprochen?
  • Mit welchen Erwartungen, Wünschen und Bedürfnisse sollte die Konzeption eines digitalen Vermittlungsformates in Einklang gebracht werden?
  • Welche musealen Inhalte können durch eine 360°-Anwendung bestmöglich transportiert werden? Welche Nutzerpotentiale bietet das Medium zur Vermittlung musealer Inhalte?

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Nachnutzung

Download

Die Studie „Rezeptionsforschung zur 360°-Anwendung ‚10 Jahre Neues Museum‘“ steht im Laufe des Jahres 2020 hier zum Download bereit.

Ansprechperson

Katharina Fendius – Staatliche Museen zu Berlin
+49(0)151 527 532 06
E-Mail: k.fendius@smb.spk-berlin.de

Josefine Otte – Staatliche Museen zu Berlin
+49(0)151 527 539 67
E-Mail: j.otte@smb.spk-berlin.de

Entstanden im Teilprojekt "Visitor Journeys neu gedacht – digitale Erweiterung des Museumsbesuchs"

zum Teilprojekt