Erfahrungsbericht Virtual Reality

VRlab – Betriebskonzept für interaktive virtuelle Ausstellungen

Im Rahmen des VRlabs können BesucherInnen 3D-Digitalisierungen von insgesamt vier Objekten des Deutschen Museums nutzen. Zum reibungslosen Betrieb der Anwendungen ist ein detailliertes Konzept erforderlich. Die Ergebnisse aus dem umfangreichen Testbetrieb verschiedener VR-Angebote mit unterschiedlichsten Vermittlungsansätzen werden aufbereitet und veröffentlicht, um andere Institutionen bei der Umsetzung von VR-Angeboten zu unterstützen.

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Ein reibungsloser Betrieb von VR braucht ein detailliertes Konzept

Ein reibungsloser Betrieb von VR braucht ein detailliertes Konzept, Foto: Deutsches Museum, CC BY 4.0

Das VRlab ist in den Ausstellungsbereich des Deutschen Museums mit einer Fläche von 120 Quadratmetern integriert und mit drei VR-Flächen im Dauerbetrieb. Zu den im Rahmen des VRlabs entstandenen Sequenzen zählen aufwendig gescannte und nachmodellierte 3D-Digitalisierungen von insgesamt vier Objekten des Deutschen Museums. Es bietet aber nicht nur den BesucherInnen ein konstantes Set von 3D-Erfahrungen an. Vielmehr ist es als gläsernes Labor gedacht und damit auch Experimentierfläche für zahlreiche weitere digitale Angebote. So ermöglicht es uns, verschiedene Vermittlungsansätze zur 3D-Visualisierung im engen Besucherkontakt empirisch zu vergleichen. Die Ergebnisse der Konzeptentwicklungen und -anwendungen sollen andere Institutionen darin unterstützen, eigene effektive Betriebskonzepte zu entwickeln.

Interaktive Virtual Reality-Erfahrungen, die im Museum angeboten werden, erweisen sich als überaus betreuungsintensiv. Damit sich auch ein durchgängiger Betrieb an bis zu sieben Tagen in der Woche reibungslos gestaltet, ist eine nahtlose Implementierung von ineinandergreifenden Konzepten zum Betriebsablauf erforderlich. Hierzu gehören die Personalplanung, Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen, die technische Wartung, Terminorganisation und Ausgestaltung der Betreuung.

Vermittlungsziel

Ziel ist es, Erfahrungen und Forschungsergebnisse aus dem Betrieb des VRlabs an andere Kultureinrichtungen weiterzugeben. Künftige VR-Exponate sollen auf der Grundlage eines detaillierten Betriebskonzeptes effektiver umgesetzt werden können. Somit haben Kultureinrichtungen unterschiedlichster Größe und Ausrichtung die Möglichkeit, sich bereits vor der Umsetzung eigener VR-Angebote ein fundiertes Bild von Chancen und Herausforderungen zu machen.

In einer Publikation möchten wir die Erfahrungen aus den über zwei Jahren Betrieb des VRlabs mit mehr als 10.000 BesucherInnen pro Jahr weitergeben. Es ging explizit darum, diverse Ansätze zu prüfen, umzusetzen und zu evaluieren. Dieses Vorgehen ermöglicht uns den Vergleich verschiedener Vermittlungsmethoden und eine Einschätzung, wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen.

Als Einblick vorab sei hier beispielhaft das Personalkonzept erwähnt: In der Evaluation des Betriebs hat sich herauskristallisiert, dass es sich nicht bewährt, weniger als eine Betreuungsperson pro interaktiver Besucherfläche einzusetzen. Andernfalls müsste die Einweisung der NutzerInnen auf realer sowie auf virtueller Seite tiefgreifend optimiert werden. NutzerInnen von VR-Exponaten, die wenig oder keine Interaktion anbieten, kommen dabei mit weniger Unterstützung durch Betreuungspersonal aus. Es kann aber ebenfalls nicht gänzlich auf diese verzichtet werden.

Bei der Technik haben sich als Ausgabegeräte kabellose HMDs (Head-Mounted Displays) für ein reibungsloses Besuchserlebnis als hilfreich herausgestellt. Allerdings wiesen diese während der Evaluationsperiode noch eine geringe Resilienz gegenüber Fehlern und Verschleißerscheinungen auf. Die VR-Systeme im Allgemeinen haben sich hingegen in Hardware als auch in Software als recht robust erwiesen. Nach der sorgfältigen Integrierung eines Systems wurde IT-Support nur sehr selten benötigt. Die meisten Probleme ließen sich vom Personal durch entsprechende Einweisung eigenständig vor Ort lösen. Auch Abnutzungserscheinungen traten nur an HMD-Teilen in Bewegung auf, wie Gesichtspolstern oder Kabeln. Der hohen Belastung in der dauerhaften Anwendung hielt die eigentliche Consumer Hardware stand.

Bericht im Überblick

Informationen zu
Betrieb von VR-Anwendungen im Museum, Evaluation der Erfahrungen an Betriebskonzept
Informationen für
Kultureinrichtungen mit Interesse am Betrieb von VR-Anwendungen

Nachnutzung

Veröffentlichung der Projektergebnisse

In einer umfassenden Publikation werden die untersuchten Bereiche des VRlabs ausführlich dokumentiert, Praxiserfahrungen, Ergebnisse der Auswertung und Best Practice-Lösungen dargestellt. Die Publikation wird im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht sowie zum Download bereitgestellt.

Die im Rahmen des VRlabs entstandenen Sequenzen, aufwendig gescannte und nachmodellierte 3D-Digitalisierungen von insgesamt vier Objekten des Deutschen Museums, werden zur Nachnutzung bereitgestellt.

Ansprechperson

Andrea Geipel, Deutsches Museum

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