Werkschau & Konferenz
Digitale Vermittlung —
vernetzt entwickeln und testen
01. & 02. November 2021
JETZT ANMELDEN

Kulturgut Fastnacht digital

Museen der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht

Kulturgut Fastnacht digital

Wie lassen sich Bräuche digital vermitteln? Digitale Technologien eröffnen Museen vielfältige Wege, gelebte Traditionen erfahrbar zu machen. Kern des Brauchs ist das Performative: So lebt die Fastnacht vom alljährlichen Spiel der Masken, das auf Traditionen beruht und sich gleichwohl stetig wandelt. Im Digitalen ist Teilhabe am lebendigen Fastnachtsbrauch unabhängig von Ort und Zeit möglich. Es gilt, in der Vermittlung des immateriellen Kulturerbes Facettenreichtum, Situatives und Wandelbarkeit zu übertragen.

Unsere Ziele

Multimedial und interaktiv wollen wir künftig im Narrenschopf Bad Dürrheim den „Ambraser Teller“ präsentieren. Mit unserem Virtuellen Fastnachtsmuseum öffnen wir einen erweiterbaren Interaktions- und Kommunikationsraum: Darin vermitteln wir den Facettenreichtum der Fastnacht und bieten Zugang zum performativen Gehalt des dynamischen Brauchs. Die Plattform wird ergänzt um aktuelle Themen wie die digitale Bereitstellung von Ersatzformaten, die während der Pandemie entstanden sind.

Ausstellungen mit hohem Aktualitätsgehalt erzielt das Team von Schloss Langenstein mit seinem Projekt „Lively Exhibition“. Ein einfach bedienbares webbasiertes Instrumentarium ermöglicht Partizipation und Reaktionsschnelle: Inhalte der User*innen können in kürzester Zeit administriert und aufbereitet im Museum bereitgestellt werden. Multiperspektivität und Themenvielfalt verstärken KI-gestützte Medienstationen im Museum. Dazu zählen eine KI-basierte Gesichtserkennung mit Maskenscanning, eine multidimensionale AR-Vermittlungsstation und eine interaktive 3D-Tischinszenierung.

360-Grad-Aufnahmen
Nicht nur im Winter: Digitale Tools ermöglichen das ganzjährliche Erleben der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, Foto: Museum Narrenschopf Bad Dürrheim, CC BY 4.0

Teilprojekt bis 2020

Neben dem Virtuellen Fastnachtsmuseum war das digitale Raumerlebnis der Fastnacht Schwerpunkt des Projekts im Museum Narrenschopf: Aufwendige 360-Grad-Aufnahmen laden zum Eintauchen in das Fastnachtsgeschehen ein. Gemeinsames Erleben bietet eine eigens dazu konzipierte Projektionskuppel. Die individuelle virtuelle Fastnachtserfahrung ermöglichen Medienstationen, die den Rahmenbedingungen eines kleineren privat geführten Museums entsprechend entwickelt wurden.

Ein virtueller Begleiter führt Besucher*innen auf einer personalisierten Tour durch die Ausstellung von Schloss Langenstein. Eine KI-gesteuerte Museumsplattform ist die übergreifende digitale Schnittstelle zur Steuerung des gesamten Ausstellungsbereich. Von dort aus werden unterschiedliche Module gesteuert, die das Museum interaktiv und partizipativ erlebbar machen. Der prototypisch entwickelte Parcours enthält unterschiedliche Multimedia-Module wie eine interaktive touchfähige Holzwand, personalisierte Touchscreens und -table, eine Augmented Reality-Anwendung, die gestengesteuert Wissen vermittelt, oder einen personalisierten Chatbot.

Film zum museum4punkt0-Teilprojekt „Kulturgut Fastnacht digital“ des Museum Narrenschopf Bad Dürrheim (Stand: Oktober 2020) auf YouTube ansehen

Film zum museum4punkt0-Teilprojekt „Kulturgut Fastnacht digital“ des Fasnachtmuseums Schloss Langenstein (Stand: Oktober 2020) auf YouTube ansehen

Unsere Halbjahresbilanz

In den vergangenen Monaten wurde im Museum Narrenschopf an der digitalen Aufbereitung des „Ambraser Tellers“ gearbeitet. Mittels der geplanten Touch-Projektion können die Besucher*innen künftig ein Objekt intensiv erforschen und erkunden, dessen Original sich nicht in unserem Museum befindet. Die Projektionsplattform konnte erstellt werden und erste Präsentations- sowie Interaktionsversuche wurden bereits durchgeführt. Aktuell sollen hochaufgelöste Fotografien des Tellers in die Projektionsplattform eingebaut, entsprechende Informationstexte eingesprochen und Videoaufnahmen des Tellers gemacht werden. Zusätzlich konnte die neue AR-Anwendung „Narrenspiegel“ entwickelt und im Museum installiert werden.

Arbeitssituation: Wissenschaftliche Aufarbeitung des Ambraser Tellers – Erläuterungen durch Prof. Dr. Werner Mezger. Foto: Fastnachtsmuseum Narrenschopf / Peter Bandle, CC BY 4.0

Das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein konnte in den vergangenen Monaten einen Prototyp der Lively Exhibition erstellen. In den kommenden Wochen soll die Anwendung mit der Datenbank verbunden und auf unterschiedlichen Medienplayern getestet werden. Die KI-basierte Gesichtserkennung und Maskenscanning konzentriert sich aktuell auf das Training der künstlichen Intelligenz. Die Projektplanung zur multidimensionalen AR-Vermittlungsstation ‚Augmented Reality 2.0‘ konnte abgeschlossen werden, weiterführend soll die gestalterische und technische Umsetzung der Anwendung realisiert werden. Ein Teil der 3D-Modelierung der interaktiven Tischinszenierung wurde ebenfalls abgeschlossen, im Folgenden sollen nun weitere Elemente modelliert und animiert werden. Zusätzlich gilt es, die Interaktionsfähigkeit der Anwendung zu bearbeiten.

Die Anwendung ‚Augmented Reality 2.0’
Die Anwendung ‚Augmented Reality 2.0: Multidimensionale Erfahrungen gemeinsam nutzen’ soll nun in eine Testumgebung implementiert werden um die technische und gestalterische Umsetzung zu realisieren. Aus den Erfahrungen mit Personal- und Betreuungsintensiven AR-Brillen soll eine einfacher funktionierende, neue Art der multidimensionalen Vermittlung geschaffen werden, Foto: Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein / Michael Fuchs, CC BY 4.0

Einblicke in unser Teilprojekt

Team

Roland Wehrle

Roland Wehrle

Teilprojektleitung im Museum Narrenschopf / Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e. V.

Vera Jovic-Burger

Vera Jovic-Burger

Teilprojektsteuerung im Museum Narrenschopf

Artur Fuss

Artur Fuss

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Museum Narrenschopf

Prof. Dr. Ullrich Dittler

Prof. Dr. Ullrich Dittler

Technische Konzeption und Beratung / Professor für Interaktive Medien, Fakultät Digitale Medien der Hochschule Furtwangen

Prof. Dr. Werner Mezger

Prof. Dr. Werner Mezger

Inhaltliche Konzeption / Professor für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.; Direktor, Freiburger Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa

Peter Bandle

Peter Bandle

Museum Narrenschopf, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Michael Fuchs

Michael Fuchs

Teilprojektsteuerung im Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein / Präsident, Vorstand Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein

Sandy Schmidt

Sandy Schmidt

Projektassistenz und wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein

Mehr erfahren

Das Teilprojekt im Blog

Wie schafft es ein Museum in die Zukunft?

Wie schafft es ein Museum in die Zukunft?

Die Pandemiemaßnahmen stellten Museen vor große Herausforderungen und führten zugleich zu einer besonderen Dynamik in der digitalen Vermittlung. Ein Bericht aus dem Museum Narrenschopf.
Werkschau & Konferenz 2021
Digitale Vermittlung — vernetzt entwickeln und testen
01. & 02. November 2021