Collage aus Postkarten mit Motiven des Humboldt Forums
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Der humboldt’sche Kosmos im digitalen Raum

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Objekte erkunden, Besucheridentifikation fördern – durch spielerische Ansätze und interaktive digitale Tools agieren BesucherInnen als KuratorInnen.

Ob Südseeboot, Federmantel oder Phonograph – über 20.000 Exponate können ab Ende 2019 im Humboldt Forum betrachtet und erforscht werden. Die Vielzahl der Geschichten, die diese Objekte zu erzählen haben, können mit analogen Medien nur schwer für verschiedene Alters- und Lerngruppen greifbar gemacht werden.

Neue Perspektiven eröffnen, spielerische Ansätze fördern

Wie jedoch lassen sich die unterschiedlichen Objektbiografien umfassend und anschaulich erzählen? Wie können BesucherInnen selbst spielerisch aktiv werden und neues Wissen in die Sammlungen einbringen? Und wie kann man in der Fülle der Exponate eine tiefergehende Auseinandersetzung fördern und Orientierung bieten? Mit diesen Fragen befasst sich die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss im Rahmen von museum4punkt0.

kosmosdigital Humboldt Forum – Multiperspektivität als Leitprinzip

Oft präsentieren Ausstellungen nur ein einziges Narrativ – eine single story, die die Komplexität menschlichen Denkens und Handelns nicht umfassend darstellt. Dabei sind gerade die Vielfalt der Exponate im Humboldt Forum und die verschiedenen Blickwinkel, aus denen die Objekte betrachtet werden, der eigentliche Reichtum der Sammlungen.

Nulis-Verwandlungsmaske

Nulis-Verwandlungsmaske © Staatliche Museen zu Berlin / Martin Franken

Besprechung

© SPK

Im Modul „kosmosdigital Humboldt Forum“ entwickeln wir ein prototypisches Konzept für die multiperspektivische Aufarbeitung von Objekten via Video. Geplant sind Digital Storytelling-Workshops mit KuratorInnen, WissenschaftlerInnen, VertreterInnen der Herkunftsländer der Exponate sowie BesucherInnen. Ziel ist es, ihre Erkenntnisse und Haltungen zu Objekten im Humboldt Forum aufzunehmen und zu teilen.

Damit das Projekt nicht auf die Grenzen des physischen Museums beschränkt bleibt, erarbeiten wir eine Digital Storytelling-Toolbox: Ausgestattet mit Leitfäden und Tipps, soll sie die verschiedenen Zielgruppen mit digitalen Erzählformaten vertraut machen und es ihnen ermöglichen, auf einfache Weise eigenständig Videos zu erstellen. So möchten wir Stimmen und Geschichten aus der ganzen Welt in die Präsentationen des Humboldt Forums einbringen und über das Format Video einem großen Publikum zeigen.

Identifikation, Partizipation und spielerische Orientierung in der Sammlungsvielfalt

Wir möchten MuseumsbesucherInnen ermutigen, Exponate nicht nur zu betrachten, sondern selbst als Interpreten zu agieren. In Kooperation mit dem gamelab.berlin des Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung“ der Humboldt-Universität zu Berlin entwickeln wir hierzu die prototypische mobile App „Mein Objekt“. Als Startpunkt der Reise durch das Humboldt Forum schlägt sie jedem/r BesucherIn ein auf seine/ihre Interessen abgestimmtes Objekt vor, zeigt Querverbindungen zu anderen Sammlungsteilen auf und ermöglicht es, eigene Eindrücke und Objektbeschreibungen zu hinterlassen. In Interaktion mit anderen kann der/die NutzerIn das gewählte Exponat neu interpretieren und es über Social Media den eigenen Freunden vermitteln. So kann die Beschäftigung mit den Sammlungen bereits Wochen vor dem eigentlichen Besuch beginnen und muss mit dem Verlassen des physischen Ortes nicht enden.

Whiteboard

© SPK

Visualisierung zum Humboldt Forum

Blick ins Foyer (Visualisierung) © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Architekt: Franco Stella mit FS HUF AG

Für „Mein Objekt“ beschäftigen wir uns mit Algorithmen zur Berechnung von Präferenzen, Empfehlungssystemen und Methoden des Serious Gaming. In einem forschungsnahen Setting befassen wir uns hierzu insbesondere auch mit Fragen des Datenschutzes und Mechanismen sozialer Netzwerke. Unser Ziel ist es zu untersuchen, wie diese Ansätze für eine personalisierte Vermittlung im Museum Anwendung finden können.

Beteiligte Personen

Lavinia Frey

Teilprojektleitung / Geschäftsführerin Programm und Projekte Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss; Geschäftsführerin Humboldt Forum Kultur GmbH

Conrad Mücke

Teilprojektsteuerung

tel:+49(0)30 2659 50530 conrad.muecke@humboldtforum.com

Tom Lilge

Partner im Teilprojekt / Gründer, gamelab.berlin der Humboldt-Universität zu Berlin

Logbuch

Orientierung in der Vielfalt

Mit der App MeinObjekt erproben wir Ansätze für einen personalisierten Museumsbesuch. Hier stellen wir das Konzept und einige der Herausforderungen vor.

Alle Teilprojekte

Migrationsgeschichte digital erleben

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Das Team in Bremerhaven testet digitale Erzählformate, um die Rituale, Ideale und Debatten rund um Migration online und im Museum erfahrbar zu machen.

Kulturgut Fastnacht digital

Museen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht

Wie lassen sich immaterielle Facetten von Bräuchen digital erleben und interaktiv vermitteln? Das erforschen die Fastnachtsmuseen Narrenschopf und Schloss Langenstein.

Der humboldt’sche Kosmos im digitalen Raum

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Objekte erkunden, Besucheridentifikation fördern – durch spielerische Ansätze und interaktive digitale Tools agieren BesucherInnen als KuratorInnen.