2. September 2021
Technische Umsetzung, Vermittlungskonzepte

#futurewalk! Auf dem Weg zur App-Veröffentlichung

Nutzer*innen erkunden interaktiv das Kulturforum. Das Team der Staatlichen Museen zu Berlin zur heißen Phase während Konzeption, Start und Kommunikation der App

App Future Walk
Die App Future Walk des Teilprojekts (De-)Coding Culture der Staatlichen Museen zu Berlin lädt ein, das Kulturforum interaktiv zu erkunden, Grafik: Staatliche Museen zu Berlin / Stephanie F. Scholz, CC BY 4.0

Die App Future Walk bietet ein interaktives Hörerlebnis, das die Museen und Institutionen am Kulturforum Berlin verbindet. Dabei spannt sich ein Bogen zwischen der bewegten Geschichte des Ortes, seiner Museen und ihrer vielfältigen Kunstwerke. Die App lädt Besucher*innen ein, das Außengelände des Stadtraums sowie ausgewählte Objekte in der Gemäldegalerie, dem Kunstgewerbemuseum und dem Musikinstrumenten-Museum zu entdecken. Die speziell komponierte Dramaturgie und die interaktiven Augmented Reality-Elemente bieten ein Erlebnis, das so bei einem klassischen Besuch gar nicht möglich wäre. Am Donnerstag, den 26.08.2021, ist die App im Zuge des institutionsübergreifenden Ausstellungsprojekts „Utopie Kulturforum“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Idee und Entwicklung der Anwendung

NEEEU Spaces
Workshop vor Ort in der Gemäldegalerie, Foto: Staatliche Museen zu Berlin / NEEEU Spaces GmbH / Emma Boileau, CC BY 4.0

Das museum4punkt0-Teilprojekt der Staatlichen Museen zu Berlin „(De-)Coding Culture“ führte 2018 eine breit angelegte empirische Studie zur Untersuchung der Visitor Journeys der heterogenen Besucher*innenschaft durch. Ziel war zunächst, die unterschiedlichen Besuchsmotivationen besser kennenzulernen und in die Projektentwicklung einzubeziehen. Die Entwicklung des Future Walks beruht auf dem Wunsch der Besucher*innen nach einem interaktiven Vermittlungsangebot, das die verschiedenen Museen am Ort miteinander verbindet.

Ein interdisziplinäres Team aus Museumsmitarbeiter*innen aller anliegenden Einrichtungen und Designer*innen schuf für den Future Walk in Co-Creation zunächst eine Storyworld rundum das Thema „Museum der Zukunft“. Sie diente als Grundlage für die später, von Autor*innen entwickelte, Dramaturgie, in welche sich das Game-Design einfügt. Für das Projektteam stand dabei im Vordergrund, ein immersives Erlebnis zu anzubieten, das jedoch non-linear aufgebaut und damit sehr individuell erfahrbar ist.

Schlussphase: Entwicklung eines zielgruppenorientierten Kommunikationskonzepts

Testing mit Inklusionsexpert*innen
Testing mit Inklusionsexpert*innen, Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Josefine Otte, CC BY 4.0

Der Future Walk möchte ein breites und diverses Publikum ansprechen. Die Zielgruppe der App ist deutlich jünger und heterogener als das Stammpublikum des Kulturforums. Bei der Entwicklung der App hat das Projektteam Besucher*innen in den Fokus gerückt, die selten traditionelle Museen besuchen und großes Interesse am Eintauchen in fiktionale Welten haben, wie bei Videospielen und TV-Serien. Wie schon bei der Konzeption der App selbst wurde für die Veröffentlichung an einer zielgruppenorientierten Ansprache gearbeitet, die Besuchsbarrieren senkt und Lust auf ein individuelles Erlebnis an einem Ort macht, den selbst viele Berliner*innen nicht gut kennen.

Herzstück der Vorarbeiten zur Veröffentlichung der App war eine Reihe von fünf Workshops mit Inklusionsexpert*innen in eigener Sache: Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen probierten gemeinsam mit dem Projektteam die App aus und kamen anschließend zu einer offenen Diskussionsrunde zusammen. So konnten Anpassungen vorgenommen und Eckpfeiler der Kommunikation der App auf den App Stores, der Webseite, Social Media und auch vor Ort besprochen werden, die den Besuch besser planbar machen und so Voraussetzung sind für ein gutes Museumserlebnis.

Um die Abläufe in den Museen möglichst reibungslos zu gestalten, briefte das museum4punkt0-Team die zuständigen Kolleg*innen vor Ort, damit diese bei Fragen der Nutzer*innen hilfreich zur Seite stehen können. Eine institutionsübergreifende Projektvorstellung im Sinne eines gezielten Inreach diente dazu, Erfahrungen und Ergebnisse teilbar und nachnutzbar zu machen.

Eröffnungsabend am 26. August 2021

Zum Eröffnungsabend am Kulturforum kamen die Beteiligten des Ausstellungsprojekts „Utopie Kulturforum“ wie auch ein Großteil des Future Walk-Projektteams mit der interessierten Öffentlichkeit zusammen. War der Empfang passend zum Future Walk ursprünglich auf der Piazzetta des Kulturforums mit Vorführungen auf großer Sommerkino-Leinwand geplant, musste die Veranstaltung aufgrund herbstlicher Abendtemperaturen und Starkregens kurzerhand in die St. Matthäus-Kirche verlegt werden. Ceren Topcu, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin für digitale Kommunikation im Team des museum4punkt0-Teilprojekts (De-)Coding Culture und verantwortlich für Idee und Konzeption des Future Walks, stellte dem Publikum sowohl die App als auch das Team vor und lud herzlich zum Ausprobieren der Anwendung ein. In drei Tagen erfolgten auf den Plattformen 77 Downloads der App. Die App steht ab sofort zum kostenlosen Download in den App-Stores von Apple und Android bereit.

Beitrag von: Josefine Otte und Sandro Schwarz

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Teilprojekt: (De-)Coding Culture. Kulturelle Kompetenz im Digitalen Raum
Teilprojekt

(De-)Coding Culture. Kulturelle Kompetenz im Digitalen Raum

Das museum4punkt0-Team der Staatlichen Museen zu Berlin baut unter anderem die Online-Sammlungen der SMB als Multiexperience-Plattform aus, um vielfältige Bezüge zwischen Objekten und Nutzer*innen herzustellen und damit die identitätsstiftende Wirkung von Kunst und Kultur zu fördern.