Headerbild mit Szenen der VR-Bodentieranwendung
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Forschung in Museen erklären, verstehen, mitmachen

Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Neue digitale Formate ermöglichen Einblicke in verborgene Lebenswelten und hinter die Kulissen der wissenschaftlichen Forschung.

Die meisten Museen bewahren hinter ihren Kulissen umfangreiche Sammlungen, die der Öffentlichkeit zumeist nicht zugänglich sind. Nur ein winziger Teil der teils über Jahrhunderte gesammelten Objekte sind in den Ausstellungen zu sehen. Allein in den Magazinen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung befinden sich über vierzig Millionen Objekte. Sie sind Gegenstand vielfältiger Forschungsinteressen, denen die Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft nachgehen. Insbesondere die Mechanismen und der Erhalt der Biogeodiversität stehen im Fokus der Forschung.

Dauerausstellung im Senckenberg Museum Görlitz

Video: © Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, Foto: © Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz / Robert Binas

  • Mein Name ist Willi Xylander. Ich bin der Direktor des Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und wir stehen hier für die Naturkundemuseen im Projekt museum4punkt0.

    Frage: Welche Erwartungen haben Sie an museum4punkt0?

    Die Museen können mit den modernen digitalen Formaten ganz anders vermitteln – viel authentischer – als es mit den klassischen Formaten geht. Ergänzend wollen wir diese digitalen Formate einsetzen, um Forschung im Museum zu vermitteln.

    Frage: Aus Ihrem heutigen Blickwinkel: Wie profitieren Museen und deren Besucher von digitalen Medien und der Digitalisierung?

    Mit Virtual und Augmented Reality können wir Lebensräume erschließen, die sonst für den Menschen nicht zugänglich sind – die Tiefsee zum Beispiel, oder Böden. Oder auch Lebensräume, die es nicht mehr gibt – wie Steinkohlewälder, in denen die Dinosaurier herumgelaufen sind. Solche authentischen – semiauthentischen Formate – wollen wir einsetzen zur Vermittlung.

    Frage: Da nun die Mittel bewilligt sind: Womit werden Sie beginnen?

    In den ersten Monaten werden wir Best-Practice-Beispiele suchen. Wir werden also schauen, was andere Einrichtungen gemacht haben, dort das Beste abgreifen und versuchen, es so umzusetzen, dass wir Blaupausen entwickeln können, die dann für alle Museen in Deutschland zur Verfügung stehen, um solche digitalen Formate einzusetzen.

Wissenschaft erlebbar machen

Die neuen digitalen Formate bieten hervorragende Möglichkeiten, der Öffentlichkeit diese Forschungsthemen näher zu bringen und Wissenschaft transparenter zu machen. Unzugängliche Lebensräume wie beispielsweise der Boden, dessen Tierwelt das Senckenberg Museum seit Jahrzehnten erforscht, können so erlebbar gemacht werden. Die virtuelle Öffnung der Museumssammlungen ermöglicht den Besuchern das Stöbern in den Magazinen und eröffnet ihnen die faszinierende Vielfalt und Reichtum dieser Schatzkammern der Natur.

Beteiligung an Forschung anregen – Citizen Science mit digitalen Mitteln fördern

Auch Bürgerwissenschaftlern geben digitale Formate neue Werkzeuge in die Hand, sich aktiv an ausgewählten Forschungsfragen zu beteiligen, z.B. durch virtuelle Bestimmungsschlüssel in Form von Apps. Im Projekt steht Senckenberg stellvertretend für die vielen Naturkundemuseen Deutschlands. Wir entwickeln und erproben unter den oben genannten Gesichtspunkten innovative, über Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality hinausreichende digitale Anwendungen.

Prototypen

Eintauchen in die Welt des Bodens: Im Teilprojekt des Senckenberg Museums Görlitz werden unzugängliche Lebensräume virtuell erlebbar gemacht.

Abenteuer Bodenleben

Eine Virtual-Reality-Animation zeigt die Vielfalt der Organismen im Porenraum des Waldbodens.

Für die VR-Anwendung wurden Bodentiere nach wissenschaftlichen Vorgaben in 3D rekonstruiert.

Für die VR-Anwendung wurden Bodentiere nach wissenschaftlichen Vorgaben in 3D rekonstruiert. © .hapto

Digital auf Bodentiergröße geschrumpft: Für das Eintauchen in den Porenraum nehmen die NutzerInnen die Perspektive von Bodenlebewesen an.

Digital auf Bodentiergröße geschrumpft: Für das Eintauchen in den Porenraum nehmen die NutzerInnen die Perspektive von Bodenlebewesen an. © .hapto

Blick in den Lebensraum Boden

Blick in den Lebensraum Boden © .hapto

User-Tests zur Bodentier-Anwendung

Begleitende User-Tests: Auf einem Bildschirm können Besucher beobachten, was die Trägerin der Bildschirmbrille gerade erlebt. © Nikola Xylander

Beteiligte Personen

PROF. DR. WILLI XYLANDER

Teilprojektleitung / Direktor, Abteilungsleiter und Sektionsleiter, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

+49(0)3581 4760 5100 willi.xylander@senckenberg.de

DR. JENS WESENBERG

Teilprojektsteuerung / Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

tel:+49(0)3581 4760 5306 jens.wesenberg@senckenberg.de

DR. PETER DECKER

Konzeption Bodentier-App / Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

KRISTIN BABER

Konzeption Modul „digitale Fotoalben als Quelle für Biodiversitätsforschung“

TORSTEN COLLET

Museumspädagogik / Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Luise Träger

Mitarbeiterin Projektsteuerung / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

+49 (0)3581-4760-5210 luise.traeger@senckenberg.de

MELANIE FLETCHER

Wissenschaftliche Volontärin

ANKE NEUMEISTER

Wissenschaftliche Volontärin

Jacqueline Gitschmann

Technische Mitarbeiterin, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Logbuch

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