Vor, während und nach dem Besuch. Visitor Journeys in den Staatlichen Museen zu Berlin

Besuchsmotivation
Motivationstypen, Grafik: Staatliche Museen zu Berlin / Alexandra Greive, CC BY 4.0

Überblick

Als Grundlage zur Entwicklung und Erprobung digitaler Vermittlungsformate führten wir zu Beginn des Teilprojekts „Visitor Journeys neu gedacht“ in den Staatlichen Museen zu Berlin eine umfassende Besucher*innen-Forschung durch. Ausgangspunkt unserer Untersuchung waren die Motivationen der Besucher*innen. Aus den Ergebnissen bildeten wir Persona, die uns dabei helfen zu verstehen, um wen es sich bei unseren Besucher*innen handelt und mit welchen Wünschen und Bedürfnissen ihr Museumsbesuch verbunden ist – sowohl im Vorfeld als auch danach.

Bibliographische Angaben

Institution
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Teilprojekt
(De-)Coding Culture. Kulturelle Kompetenz im Digitalen Raum
Autor*innen
Katharina Fendius, Josefine Otte
Veröffentlicht
01.12.2021
DOI / Zenodo
https://doi.org/10.5281/zenodo.5211502
Lizenz der Publikation
CC BY 4.0
Kontakt
Timo Schuhmacher
Staatliche Museen zu Berlin
m4p0.m1@smb.spk-berlin.de

Einführung

Im Teilprojekt „Visitor Journeys neu gedacht“ erproben wir, wie die vielfältigen Kontaktpunkte zwischen Besucher*innen, Nutzer*innen und dem Museum mithilfe digitaler Technologien gestaltet werden können. Wir möchten damit auch zu einem besseren Verständnis unserer Besucher*innen sowie ihrer Erwartungen und Bedürfnisse an den Museumsbesuch gelangen. Die Grundthese der Studie lautet: Die Besucher*innen der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) lassen sich entlang der Motivationen für ihren Besuch unterscheiden – jeder Motivationstyp hat eine eigene Visitor Journey, die sich von den anderen Motivationstypen abhebt. Die Visitor Journey meint die individuellen und situativ verschiedenen Kontaktpunkte im Zusammenspiel von Nutzer*innen und dem Museum – vor, während und nach dem Besuch.

In empirischer Grundlagenforschung sammelten wir quantitative Daten in sechs Häusern der SMB und führten zudem qualitative Interviews in der Gemäldegalerie durch. Unserer Erfahrung nach gibt die rein demographisch und sozioökonomisch basierte Datenerhebung oft nur geringfügig Einblick in die Erwartungen und Erfahrungen der Besucher*innen. Daher verfolgten wir einen mehrmethodischen Ansatz.

Untersuchung im Überblick

befragte Personen
500 BesucherInnen der Staatlichen Museen zu Berlin
Dauer der Studie
6 Monate
Ansatz
Methodenmix aus quantitativer Befragung & 20 qualitativen Tiefeninterviews
Ort der Untersuchung
6 Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin
dabei entstanden
visuelle Aufbereitung der Ergebnisse in Form von Persona (NutzerInnen-Modelle)

Ziel dieser Grundlagenstudie war es, das Besucher*innen-Verhalten besser zu verstehen, mit all seinen Anreizen, Bedürfnissen und Herausforderungen. Dabei orientierten wir uns an einem von John H. Falk erforschten Modell, das Museumsbesucher*innen – je nach Motivation – in Explorers, Facilitators, Professionals/Hobbyists, Experience Seekers und Rechargers unterscheidet. Falks handlungsorientierter Ansatz erlaubt eine hochgradig individuelle Betrachtung der Besucher*innen und ihrer Erfahrungen. Unsere daraus abgeleitete These ist, dass sich die Visitor Journey je nach Motivationstyp – also je nach ihren Wünschen an Ausstellungsinhalte, digitale und andere Vermittlungsinstrumente sowie an Serviceangebote – unterscheidet.

Motivationstypen
Motivationstypen nach John H. Falk mit typischen Zitaten aus der qualitativen Erhebung unserer Studie. Grafik: Staatliche Museen zu Berlin / Alexandra Greive

Über einen Zeitraum von sechs Monaten befragten wir Besucher*innen des Neuen Museums, der Alten Nationalgalerie, der Gemäldegalerie, des Pergamonmuseums, des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie des Bode Museums. Dabei wurde ein vom Besucher*innen-Forschungsprojekt KulMon entworfener Fragebogen genutzt, den wir um Fragen zur Besucher*innen-Motivation, zum Verhalten mit digitalen Medien bei der Suche nach Informationen und zur Nutzung mobiler Endgeräte erweiterten. Im Rahmen dieser Befragungen wurden Stichproben von 500 Besucher*innen pro Haus erfasst.

Auf Grundlage der von J. H. Falk definierten fünf Besucher*innen-Motivationstypen führten wir 20 qualitative Einzelinterviews mit Besucher*innen der Gemäldegalerie durch. Die Gespräche dauerten im Schnitt zwischen 60 und 90 Minuten. In ihnen befragten wir die Gesprächspartner*innen entlang der drei Visitor-Journey-Phasen zu ihren Museumsbesuchen und ihrem spezifischen Erleben.

Aufbau eines Mental-Model-Diagramms
Aufbau des Mental Model Diagramms zur Auswertung qualitativer Daten einer empirischen Besucherforschungsstudie und Erstellung von Visitor Journeys. Grafik: Staatliche Museen zu Berlin / Alexandra Greive, CC BY 4.0

Download als PDF

Die Studie wird als PDF bereitgestellt und unterteilt sich in die Kapitel:

1 Theoretische Grundlage und Methode

2 Durchführung der quantitativen Erhebung

3 Durchführung der qualitativen Erhebung

4 Ergebnisse der quantitativen Erhebung

5 Ansätze zur Personae-Entwicklung

6 Ergebnisse der qualitativen Untersuchung

 

Nachnutzbare Elemente

Leitfaden für Tiefeninterview (PDF)

Qualitative Auswertung Mental Model: Experience Seekers (PDF)

Qualitative Auswertung Mental Model: Explorers (PDF)

Qualitative Auswertung Mental Model: Facilitators (PDF)

Qualitative Auswertung Mental Model: Professionals/ Hobbyists (PDF)

Qualitative Auswertung Mental Model: Rechargers (PDF)

Fragebogen zur Verknüpfung von quantitativer und qualitativer Studie (PDF)

Persona für die Gemäldegalerie: Experience Seekers (PDF)

Persona für die Gemäldegalerie: Explorers (PDF)

Persona für die Gemäldegalerie: Facilitators (PDF)

Persona für die Gemäldegalerie: Professionals/ Hobbyists (PDF)

Persona für die Gemäldegalerie: Rechargers (PDF)

Template zur Erstellung von Value Proposition Canvases im Museum (PDF)

Plausibilitätscheck der qualitativen Erhebung (PDF)

Weitere Ergebnisse im Teilprojekt

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