6. August 2020
Verbundarbeit

Gruppenerlebnisse durch digitale Medien

Digitale Medien sind dem gemeinsamen Museumsbesuch nicht immer zuträglich, in museum4punkt0 werden Lösungen gesucht, wie das Museum gemeinsam digital erlebt werden kann.

Mit der Virtual Reality-Brille verborgene Lebenswelten entdecken oder auf dem eigenen Gerät Augmented Reality-Angebote nutzen, um ganz individuell sein Wissen zu vertiefen – digitale Tools erweitern den Museumsbesuch. Doch wie können diese für Gruppen genutzt werden, sodass diese das Museum gemeinsam erleben? Mit dieser Frage beschäftigen sich verschiedene Teilprojekte von museum4punkt0.

Das Team der Staatlichen Museen erweitert mit AR-Technologie die personelle Museumsführung: „AR Interactive Guide Tool“ öffnet digital schwer einsehbare Bereiche des sogenannten Kulthaus der Abelam der Ozeanien-Sammlung des Ethnologischen Museums, das im Humboldt Forum zu sehen sein wird. Die AR-Anwendung ermöglicht den BesucherInnen einen eigenen Zugang zu dem Objekt und zugleich den Austausch mit dem Guide und durchbricht so das traditionell-lineare Vermittlungsformat einer Führung.

Ansicht des digitalen Vermittlungstools
Ansicht des digitalen Vermittlungstools. Tablet des Guides mit Menüsteuerung (rechts) und der BesucherInnen (links), Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Anna Wiese, CC BY 4.0

Im Museum Narrenschopf in Bad Dürrheim ist die schwäbisch-alemannische Fastnacht das ganze Jahr erlebbar. In der 360-Grad-Projektionskuppel können NutzerInnen 360-Grad-Filme von fastnachtliche Veranstaltungen nachempfinden – als stünden sie zusammen im realen Erlebnis. Die im Rahmen von museumepunkt0 aufgebaute Kuppel fügt sich in das Bauensemble des Museums ein.

Das Datarama des Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ermöglicht MuseumsbesucherInnen aller Altersstufen einen immersiven „Blick hinter die Kulissen“ des Museums. EinzelbesucherInnen und Gruppen gleichermaßen begeben sich in dem begehbaren Projektionszylinder auf eine virtuelle Entdeckungstour durch die wissenschaftlichen Sammlungen, wobei sie auch die WissenschaftlerInnen und ihre Arbeit kennenlernen. Neben der zentralen Steuerung des Dataramas, anhand derer Gruppen die Inhalte gemeinsam erkunden, bieten zwei zusätzliche Arbeitsstationen den BesucherInnen die Möglichkeit zu interagieren und interessante Einblicke aus der Forschungsarbeit des Museums miteinander zu teilen.

Welche Arten digitaler Multi-User-Angebote für Museen einen Mehrwert bieten können, und welche innovativen Technologien dabei eingesetzt werden können, wird auch in Zukunft in museum4punkt0 evaluiert.

Beitrag von: Dr. Maite Kallweit und Dr. Silke Krohn

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Teilprojekt: Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung
Teilprojekt

Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung

Wie gelingt der Wissenstransfer über Institutionsgrenzen hinweg? Mit dieser Frage im Blick leitet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz museum4punkt0, koordiniert den Austausch im Verbund und in die Öffentlichkeit und berät die Partner bei der Umsetzung ihrer Ansätze.

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