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AR-Indoor-Navigation – Prototyp zur markerlosen Wegführung durch das Museum

Die serverbasierte Augmented Reality-Anwendung ermöglicht eine markerlose Wegführung durch das Museum. Der Prototyp ist im Rahmen eines AR-Ideenwettbewerbs des Deutschen Museums entstanden und wird umfassend wissenschaftlich evaluiert. Ziel war es zu testen, ob diese Technologie stabil genug läuft, um zukünftig im Museumsbetrieb eingesetzt zu werden.

Informationen zur Nachnutzung
AR-Indoor-Navigation

Prototypischer Einsatz von AR zur Navigation, Bildmontage: Deutsches Museum, Augmentaio, CC BY 4.0

Die NutzerInnen dieser Anwendung wählen auf einer Übersichtskarte oder aus einer Liste ein Ziel. Die App des mobilen Endgerätes ermittelt fortlaufend Standort und Orientierung der NutzerInnen und zeigt eine auf das Kamerabild der Umgebung augmentierte Wegführung an.

Neue Entwicklungen in der Bildverarbeitung und Datenübertragung ermöglichen einen markerlosen Ansatz. Dabei übernehmen ein oder mehrere zentrale Server mithilfe einer vorher gespeicherten 3D-Repräsentanz der Räumlichkeiten die Lokalisierung der mobilen Endgeräte. Von diesen werden sie in regelmäßigen Abständen mit Schnappschüssen der Umgebung versorgt. Aus den Bilddaten werden adhoc 3D-Daten von markanten Merkmalen des Raumes erstellt und mit dem gespeicherten Modell abgeglichen. Daraus ermittelt der Server Position und Orientierung des Mobilgerätes. Diese werden der AR-Anwendung zurückgeschickt, um den Weg zum ausgewählten Ziel zu ermitteln.

Konzept im Überblick

Zielgruppe
MuseumsbesucherInnen jeden Alters
Vermittlungsansatz
Orientierung mittels Augmented-Reality-Technologie
Format
für mobile AR-fähige Endgeräte (iOS und Android)
Anwendungsbereich
innerhalb (großer) Museen

Vermittlungsziele

Gerade in großen Museen wie dem Deutschen Museum besteht Bedarf an Lösungen für eine Unterstützung der BesucherInnen auf dem Weg durch das Haus. Bisherige Ansätze für eine digitale Unterstützung (Beacons, visuelle Marker) erweisen sich dabei als ungenau oder zu aufwendig.

Ziel ist es, ein Navigationssystem zu entwickeln, das ohne bauliche Eingriffe in die Ausstellung funktioniert und flexibel auf Veränderungen eingestellt werden kann.

Nachnutzung

Veröffentlichung der Projektergebnisse

Die Erfahrungen aus der Projektarbeit werden aufbereitet und mit den Ergebnissen der Evaluation im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht sowie zum Download bereitgestellt. Anhand der Demo-Anwendung wurde der Einsatz der Technik im Museumsbetrieb getestet. Die Anwendung selbst beruht im Kern auf einer Technologie Dritter, die sich noch in der Weiterentwicklung befindet. Es ist geplant, die Assets von Teilen der Anwendung auf GitHub bereitzustellen.

Ansprechperson

Claus Henkensiefken, Deutsches Museum

Mehr erfahren

Blogbeitrag: Über den Tellerrand: kreativer Einsatz von AR und VR im Museum (7. Mai 2020)