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Online-Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Online-Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin stellen etwa 250.000 Objekte aus unterschiedlichen Epochen und Regionen der Welt bereit. Ausgehend von verschiedenen Nutzungsszenarien wurde SMB-digital grundlegend umgestaltet.

Informationen zur Nachnutzung
250.000 (digitale) Objekte ziehen um!

250.000 (digitale) Objekte ziehen um!, Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Timo Schuhmacher, CC BY 4.0

Ziel war es, die Online-Sammlungen als Recherche-Tool für ForscherInnen zu optimieren und darüber hinaus ein Schaufenster in die Dauerausstellungen anzubieten, Depots virtuell zu öffnen und die Auseinandersetzung mit Objekten im digitalen Raum zu ermöglichen.

Die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin stellen über smb-digital circa 250.000 Objekte aus den unterschiedlichen Epochen und Regionen der Welt im digitalen Raum bereit. Ziel der Neugestaltung der Online-Sammlungen ist es, die Fülle an Informationen für BesucherInnen zugänglich und nutzbar zu machen, um ein breites und diverses Publikum anzusprechen.

Dafür haben wir auf die umfassende Besucherforschung aus dem Jahr 2018  zurückgegriffen, die im Rahmen des Teilprojektes „Visitor Journeys neu gedacht“ bereits durchgeführt wurde. Auf dieser Grundlage haben wir ausgewertet, welche Erwartungen und Bedürfnisse der BesucherInnen auf die Online-Sammlungen übertragbar sind.

Um diesen gerecht zu werden, entwickeln wir unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten und Themenformate für die Online-Sammlungen. So schaffen wir intuitive und bedarfsgerechte Wege zu den Objekten der Staatlichen Museen zu Berlin und damit auch zu den zugehörigen Informationen und Kontexten im digitalen Raum.

Das Konzept der Online-Sammlungen wurde gemäß den grundlegenden Anforderungen an ein zeitgemäßes wissenschaftliches Arbeitsinstrument entwickelt. Zusätzlich wurde es um einen bedarfsorientierten Zugang zu den Objekten für weitere Gruppen von NutzerInnen erweitert. Im ersten Schritt wurden daher Nutzungsszenarien für verschiedene BesucherInnen und ihre Motivation, die Online Sammlungen aufzusuchen, entwickelt.

Es standen folgende Fragen im Raum: Wer sind mögliche BesucherInnen der Online-Sammlungen? Wie können die digitalisierten Sammlungsobjekte für die BesucherInnen mit ihren individuellen Bedürfnissen nutzbar gemacht werden?

Folgende Nutzungsszenarien wurden für die unterschiedlichen BesucherInnen modelliert:

  • Professionals sind wissenschaftlich motiviert und rechercheorientiert. Sie suchen nach Objektinformationen, Vergleichsobjekten, zitierfähigen und weiterführenden Referenzen oder nach AnsprechpartnerInnen.
  • BesucherInnen, die sich vor Ort befinden, nutzen die Online-Sammlungen, um ihren Besuch zu planen. Sie sind daran interessiert, was sie im Museum sehen können, ob und wo bestimmte Objekte ausgestellt sind und wie viel Zeit sie einplanen müssen.
  • Digitale BesucherInnen sind regelmäßige MuseumsbesucherInnen, die aktuell keine Möglichkeit haben, im Museum zu sein. Sie sitzen gerade im Zug oder Zuhause; ihre Motivationen entsprechen denen der verschiedenen Motivationstypen nach John H. Falk ein Museum zu besuchen.
  • BrowserInnen sind Internet-NutzerInnen, die über Suchmaschinenanfragen Informationen über Objekte der Online-Sammlungen erhalten. Mit Suchmaschinenoptimierung und intelligenten zielgerichteten Verknüpfungen der vorhandenen Daten geht es in diesem Fall vor allem darum, die Sichtbarkeit und die Präsenz der Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin im digitalen Raum zu erhöhen.

Um die verschiedenen Nutzergruppen gleichberechtig anzusprechen, ist es sinnvoll, die individuellen Bedürfnisse mit verschiedenen Formaten und Funktionen zu adressieren:

  • RECHERCHE ist das neue zeitgemäße wissenschaftliche Arbeitsinstrument zu den Objekten in den Sammlungen Staatlichen Museen zu Berlin. Es umfasst eine neue Suche mit detaillierten Filtermöglichkeiten und ermöglichen durch Objektverknüpfungen eine tiefgehende Recherche in den Sammlungen.
  • TOUREN umfasst relevante und aktuelle Informationen für den Museumsbesuch vor Ort, wie beispielsweise das Konzipieren eigener Rundgänge, themenbezogene Vorschläge und Verweise auf Objekte, die den Interessen den BesucherInnen entsprechen.
  • THEMEN umfasst thematische Inhalte zu den verschiedenen Objekten, die einladen, sich online zu Hause oder mobil mit den Sammlungen auseinanderzusetzen. Schwerpunkte und Themen aus den Sammlungen werden in einem nutzerorientierten Format präsentiert und wecken durch ihren unterhaltsamen Mehrwert das Interesse der BesucherInnen.

Die Gliederung der Online-Sammlungen in unterschiedene Formate wird dadurch möglich, dass wir die Vorzüge digitaler Objekte – also der Daten und Mediendaten – aufgreifen. Indem die Daten der digital erschlossenen Objekte verfügbar gemacht werden, können sie mithilfe einer Programmierschnittstelle in unterschiedlichen Webseiten und -formaten eingebunden und synchronisiert werden. Die Online-Sammlungen vervielfältigen sich dabei nur scheinbar: die Quelle des Datenstroms – das Museumsdokumentationssystem – bleibt dieselbe.

Mit dem Start der konkreten Umsetzung kamen unterschiedliche Methoden des Human-Centered-Designs zum Einsatz. In Workshops, Design Sprints und Interviews wurden spezifische Anforderungen in Form von User Stories entwickelt. Der Fokus lag hierbei auf lösungsorientierten, offenen Fragestellungen in Form von „Wie könnten wir … ?“-Fragen.

  • Wie könnten wir WissenschaftlerInnen dabei helfen, effizient die Inhalte in den Sammlungen zu finden, nach denen sie suchen?
  • Wie könnten wir mit den Informationen zu Objekten und Sammlungen BesucherInnen zu einem (ent-)spannenden Besuch der Häuser und Sammlungen inspirieren?
  • Wie könnten wir BesucherInnen Elemente des Museumserlebnisses auch im digitalen Raum anbieten?

User Stories bilden Anforderungen aus Sicht der NutzerInnen ab. Sie gehen darauf ein, wer eine bestimmte Funktion, aus welchem spezifischen Bedürfnis heraus benötigt. Im agilen Entwicklungsprozess werden die User Stories in konzeptionellen Verfeinerungen, Design (in den Bereichen UX- und Visual Design) und schließlich technischer Entwicklung umgesetzt.

Online-Sammlungen sind in der Regel auf ein forschendes Publikum ausgerichtet und dienen als Plattform für professionelle Recherchen. Gleichzeitig können sie ein Schaufenster in die Dauerausstellungen der Museen sein, sie können Depots für BesucherInnen virtuell öffnen und begehbar machen oder Ausgangspunkt für den nächsten Museumsbesuch sein. Um diese Potenziale zu nutzen, müssen spezifische und typgerechte Zugänge geschaffen werden, die es BesucherInnen ermöglichen, sich mit den Museumsobjekten im digitalen Raum beschäftigen zu können.

Vermittlungsziel

Die Einbindung der digitalen Sammlungen in den Museumsbesuch ist eines der Ziele der Neukonzeption, ebenso die Erhöhung der Bedeutsamkeit und die Sichtbarkeit der Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin im digitalen Raum. Dabei steht im Vordergrund, ein möglichst breites und diverses Publikum zu erreichen und die Zahl der digitalen BesucherInnen zu erhöhen. Das digitale Erleben der Sammlungen und ihrer Objekte ersetzt dabei nicht den Besuch vor Ort. Ganz im Gegenteil: Durch die digitale Verfügbarkeit und einen vereinfachten Zugang wird die Motivation zum Besuch vor Ort geweckt.

Konzept im Überblick

Das Konzept befindet sich noch in Entwicklung. Die Erfahrungen aus der Projektarbeit werden aufbereitet und veröffentlicht.

Zielgruppe
Professionals, BesucherInnen vor Ort, Online-BesucherInnen

Nachnutzung

Sourcecode

Der Quellcode der Anwendung wird nach Fertigstellung im Laufe des Jahres 2020 zum Download bereitgestellt.

Ansprechpersonen bei Fragen

Katharina Fendius – Staatliche Museen zu Berlin
k.fendius@smb.spk-berlin.de

Timo Schuhmacher – Staatliche Museen zu Berlin
t.schuhmacher@smb.spk-berlin.de

Stephanie Thom – Staatliche Museen zu Berlin
s.thom@smb.spk-berlin.de

Mehr erfahren

Blog-Beitrag „Ein Blick über die Schulter – Professionals auf ihrem Weg der Recherche“ (19. Mai 2020)
Teilprojekt „Vor, während und nach dem Besuch. Die Visitor Journey in den Staatlichen Museen zu Berlin.“

Entstanden im Teilprojekt "Visitor Journeys neu gedacht – digitale Erweiterung des Museumsbesuchs"

zum Teilprojekt