19. Oktober 2021
Vermittlungskonzepte, Wissenstransfer

Pausenklingel. Computer. Link. Museum

Zum Schuljahresbeginn 2021 lud das Historische Museum Saar ins Virtuelle Museum für Kinder und Jugendliche zur Diskussion und Präsentation neuer Konzepte.

museum4punkt0
Grafik: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / museum4punkt0 / Julia Rhein, CC BY 4.0

Digitale Nähe für Schüler*innen, datenschutzkonform, spannend und informativ. Aber bitte nicht belehrend. Viele neue Konzepte sind seit Frühjahr 2020 entstanden und weiterentwickelt worden. Wie kann man diese Elemente verbinden? Welche Elemente sind übertragbar? In der Reihe museum4punkt0 | werkstatt lud das Team vom Teilprojekt „VIMUKI – Virtuelles Museum für Kinder und Jugendliche“ am 31. August und 1. September 2021 zum Austausch über aktuelle Trends der digitalen Geschichtsvermittlung für Kinder und Jugendliche: „Smart kids – Smart youth – Smart museum“.

Oh nein, es hat schon zum zweiten Mal geklingelt. Es ist der 31. August 2021. Heute und morgen wird präsentiert. Wer soll zuerst nach vorne?

Die Museumspädagogik der analogen Zeit hatte Partizipation und Interaktion schon fest eingeplant, lange bevor das Internet Schulen und Museen verband. Reiner Jung und Simon Matzerath vom Historischen Museum Saar zeigten auf, wie Besucher*innenführung, Visualisierung, Kontextvertiefung und emotionales Erleben damals funktionierte und auf das Heute übertragbar sind. Jakob Hinrichs gab Einblick in seine Arbeit als Comiczeichner. Er setzt auf digitale Strategien, um die visuelle Besucherführung von Verortung und Wiedererkennbarkeit zu Kreativität und Quellenarbeit zu führen. Intuitives Lernen im digitalen Raum gelingt, wenn Sebastian Wagmann und Ryan Beck Spiele programmieren, deren Style sich in den neuen Lern- und Kommunikationsraum VIMUKI integrieren lassen.

Wie das Virtuelle Museum für Kinder und Jugendliche inhaltlich vernetzt werden kann, das zeigten Nelly Brügelmann und Markus Thulin an zwei Beispielen: Am ersten Tag des Workshops zitierten sie Benedict Andersons „Designed Communities“ und schilderten die Entstehung der „Konstruierten Realitäten“. Das Vermittlungskonzept soll ab 2022 Live-Führungen unterschiedlicher Museen verbinden. Mit dabei sind schon jetzt die NS-Gedenkstätten Brauweiler und Düsseldorf, die am zweiten Vormittag einen Blick in die Konzeptionsphase ihres Online-Workshops in Kooperation mit dem Historischen Museum Saar gaben. Das Deutsche Historische Museum Berlin hat die technischen Tücken und Stärken schon auf den Fluren der vergangenen Sonderausstellungen ausloten können. Nun sind Daniel Sauer und seine Kolleg*innen damit beschäftigt, die Zeit während des Umbaus im Ausstellungsbereich mit einer Lernplattform zu überbrücken und zu ergänzen.

Denn jetzt, wo die ersten Schritte gemacht wurden, gehören Online-Strategien zur Vermittlungsarbeit wie Exponate zur Ausstellung. Das zeigte Maria Meinert vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Die Filme, die die Moderatorin und ihr Team produzieren, laden zum Mitmachen ein und passen perfekt in das bunte Sortiment der Gimmicks und Apps, die Marco Hocke im interaktivsten Teil des Workshops zeigte. Pausenklingel. Schnell in den nächsten Raum! 2. Etage, Big Blue Button oder nebenan?

Wir danken allen Teilnehmer*innen für ihr Interesse an unserer Arbeit und der unserer Partner. Nun freuen wir uns auf die nächste große Werkschau im Rahmen der museum4punkt0-Konferenz am 1. und 2. November  im Humboldt Forum Berlin.

Das Skript zum Workshop und weitere Informationen zur digitalen Vermittlung für Kinder und Jugendliche finden Sie auf VIMUKI!

Beitrag von: Markus Thulin

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