3. November 2020
Verbundarbeit, Wissenstransfer

Wohin geht es? Blick nach vorn am zweiten museum4punkt0-Konferenztag

Digitalität in der Breite der Museen, Nachhaltigkeit, strukturelle Verstetigung: Ideen aus dem Testraum museum4punkt0 treiben digitale Transformation voran.

Auftakt zum zweiten Tag der Digitalen Konferenz
Gero Dimter begrüßt am zweiten Konferenz-Tag, übertragen aus der James Simon Galerie (Staatliche Museen zu Berlin), Foto: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/ Kerstin von der Schmitt, CC BY 4.0

Der zweite Tag begann mit einer Eröffnung durch den SPK-Vizepräsident Gero Dimter, der museum4punkt0 als Testraum beschrieb, in dem digital unterstütze Vermittlungsangebote entwickelt werden – immer mit Blick auf die BesucherInnen. Gerade jetzt, vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Infektionsgeschehens stellen sich Fragen, wer welche digitale Angebote nutzt, wenn Museen schließen müssen, wer erreicht werden kann. Die „unermüdliche“ Projektarbeit von museum4punkt0 könne hier, so Gero Dimter, die digitale Transformation antreiben. So übernimmt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gerne weiterhin die Gesamtleitung des Verbundprojekts und möchte das wichtige Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung in die Breite der Museumslandschaft hineintragen.

Vortrag über Immaterielles Kulturerbe
Vortrag über Immaterielles Kulturerbe museal erleben – digitale Strategien von Prof. Werner Mezger im Film von Arthur Fuss, Foto: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/ Kerstin von der Schmitt, CC BY 4.0

Verschiedene Beiträge der ExpertInnen des Verbunds behandelten unterschiedliche Möglichkeiten und Aspekte der digitalen Vermittlung. Kristin Barber, vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, referierte über zahlreiche Nachnutzungen der Ergebnisse von museum4punkt0 und zeigte als Beispiel eine eher außergewöhnliche Bewerbung einer App, um Bürgerwissenschaftler zu gewinnen: Die App Bodentierhoch4 wird über den Verein „Die Freien Bäcker. Zeit für Verantwortung e.V.“ beworben. Die Vielfalt des Verbundes zeigte sich auch in den Beiträgen der Fastnachtmuseen und des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven. Einen Blick in die Zukunft bot Georg Hohmann vom Deutschen Museum ausgehend von den Anfängen der digitalen Entwicklung. Der Weg in die Digitalität baut auf die Digitalisierung von Objekten auf und mündet in die digitale Transformation. Das analoge Museum wird zum Bestandteil einer digitalen Plattform, die alle Angebote eines Museums zu einem integrierten und partizipativen Erlebnis von BesucherInnen vernetzt. Eine solche nachhaltige Entwicklung der Museen als Orte der Teilhabe setzt in den meisten Fällen nicht nur strukturelle Veränderungen voraus, sondern erfordert auch den Mut Experimente zu wagen und neue Perspektiven einzunehmen.

Kerstin Baber präsentiert die Bodentierhoch4-App
Kerstin Baber präsentiert die Bodentierhoch4-App in der James Simon Galerie (Staatliche Museen zu Berlin), Foto: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/ Kerstin von der Schmitt, CC BY 4.0

Neben den VerbundpartnerInnen trugen auch am zweiten Tag internationale Gäste vor, die digital zugeschaltet wurden. So stellte Elizabeth Rosenberg die Nemo-Studie, die die Auswirkungen von Covid-19 auf die internationale Museumslandschaft vor. Was Covid-19 für museum4punkt0 bedeutet und zukünftig noch bedeuten kann, nahm ein Beitrag der zentralen Koordination in neun Punkten auf und fragte unter anderem, ob Covid-19 ein Beschleuniger der Digitalität sein kann. Denn „Museen sollten nicht analog oder digital sein, sondern beides selbstverständlich verbinden“ – ein Statement, das viele der Vortragenden der zwei Konferenztage mit Nachdruck vortrugen.

European Museum in COVID-19
Präsentation: European Museum in COVID-19, NEMO Survey & Digital Response von Elizabeth Rosenberg, Folie 14, CC BY-SA 4.0

Die Beiträge öffnten die Perspektive auf die technischen Möglichkeiten, die quasi greifbar vor den Museen liegen. Doch was braucht es, um diese Chancen zu ergreifen? Was muss passieren, um digital unterstützte Vermittlung in den Institutionen zu verankern? Diesen Themen wird sich museum4punkt0 auch als erweiterter Verbund intensiv und im Austausch der Beteiligten widmen. „Es gibt noch viel zu tun“, betonte daher die Gesamtleiterin des Verbunds Monika Hagedorn-Saupe nochmals zum Abschluss: museum4punkt0 wird sich den Aufgaben einer „publika“-orientierten, neue Zielgruppen erschließenden, zeitgemäßen Vermittlung im Museum weiter stellen. Dabei setzt museum4punkt0 auf intensiven interdisziplinären und institutionsübergreifenden Austausch, auf das Miteinander der Verbundpartner, die gemeinsam dem Ziel folgen, Projektergebnisse umfänglich zu teilen und weiterzugeben.

Ein Beitrag von: Koordinationsteam museum4punkt0 an der SPK

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Teilprojekt: Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung
Teilprojekt

Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung

Wie gelingt der Wissenstransfer über Institutionsgrenzen hinweg? Mit dieser Frage im Blick leitet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz museum4punkt0, koordiniert den Austausch im Verbund und in die Öffentlichkeit und berät die Partner bei der Umsetzung ihrer Ansätze.

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