5. Februar 2021
Verbundarbeit, Vermittlungskonzepte, Wissenstransfer

Der Nachlese dritter Teil: Die Reaktionen auf „Digitale Partizipation! Aber wie?“

Konstant waren an die 170 TeilnehmerInnen dabei, doch wie empfanden sie die Veranstaltung? Wir haben sie gefragt!

Alle in ihrer Blase
Alle in ihrer Blase, Grafik: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / museum4punkt0 / Julia Rhein, CC BY 4.0

Für eine direkte Rückmeldung auf die Veranstaltung führten wir zum Abschluss eine kurze Umfrage durch. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Großteil der Teilnehmenden mit den Rahmenbedingungen der digitalen Veranstaltung gut zurechtfand.

Auswertung
Auswertung der Befragung, Grafik: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / museum4punkt0 / Julia Rhein, CC BY 4.0

Für uns war, vor allem in Hinblick auf weitere Veranstaltungen der Reihe museum4punkt0|impulse, besonders spannend, welche Inhalte oder vertiefende Auseinandersetzung von den TeilnehmerInnen gewünscht sind. Und auch hier lässt sich ablesen: nicht nur das Interesse an der Auftaktveranstaltung und den Diskussionen mit den Referentinnen ist groß, auch weiterführend gibt es Wissendurst im Bereich der digitalen Partizipation, den es zu stillen gilt. Aus den vielzähligen Antworten der TeilnehmerInnen konnten wir die folgenden Themenbereiche als besonders „gewünscht“ herausfiltern:

  • Weitere Praxisbeispiele
  • Organisatorische Abwicklung von Projekten zu digitaler Partizipation
  • Anwendungen, Tools und Apps
  • Gamification
  • Outreach / Zielgruppen erreichen
  • Digitale Kompetenzen von Museen fördern
  • NutzerInnenforschung / Auswertung digitaler Tools

Um auch weitere Menschen der museum4punkt0-Community zu erreichen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, führten wir im Nachgang der Veranstaltung eine kurze Abfrage dieser Themen über unseren Instagramkanal durch. Hier konnten wir feststellen, dass das Interesse der InstagramuserInnen ähnlich verteilt ist wie bei den Teilnehmenden der Veranstaltung. Das Hauptinteresse aller Befragten liegt bei den Themenbereichen „weitere Praxisbeispiele“, „Organisatorische Abwicklung von Projekten zu digitaler Partizipation“ sowie „digitale Kompetenzen von Beschäftigten im Museums- und Kulturbereich“. Die Themen „Anwendungen, Apps und Tools“ und „Outreach/ Zielgruppen erreichen“ liegen jedoch ebenfalls hoch im Kurs.

Neben den Umfrageergebnissen berücksichtigen wir selbstverständlich auch die Fragen und die Impulse, die während der Veranstaltung direkt oder im Chat sowie in E-Mails, an uns herangetragen wurden, für die Planung von weiteren Veranstaltungen. Vor allem zum Interesse am Erlangen von digitaler Kompetenz erhielten wir viele Anfragen. Und wir erfuhren auch, dass unsere Veranstaltungsreihe sowie unserer Projekt museum4punkt0 Antworten auf tatsächliche Bedarfe gibt. Kleineren Museen und kulturellen Einrichtungen fehlt es oft an zeitlichen, finanziellen und personellen Ressourcen zur Umsetzung von Projekten. Einblicke in Praxisbeispiele größerer Häuser und Institutionen scheinen hier also ein guter erster Schritt zu sein, um von den Erfahrungen anderer zu lernen. Wichtig ist es außerdem, so konnte unsere ExpertInnenrunde in der gemeinsamen Diskussion feststellen, sich zu vernetzen und gemeinsam Open Source Anwendungen zu entwickeln, die eine Nachnutzung für andere möglich machen.

Darüber hinaus ist es unumgänglich, dass sich die jeweiligen Institutionen im ersten Schritt intensiv mit den Bedarfsgruppen auseinandersetzen. Wo kann Relevanz entwickelt werden? An welchen Themen sind die Zielgruppen interessiert? Wie können diese Gruppen erreicht werden? Wo und wie kann der Input durch die Institution nützlich und hilfreich für Interessierte sein?  Es gilt: NutzerInnenzentriertes Arbeiten heißt NutzerInnen zuhören!

Im Weiteren sollte festgelegt werden, welches Medium wie und warum eingesetzt werden soll.  Warum wollen wir das machen? An welcher Stelle ist es strategisch sinnvoll, Ressourcen einzusetzen? Können die Zielgruppen über Vereine oder weitere Institutionen erreicht werden? Haben die Zielgruppen Zugriff zu Endgeräten oder die Fähigkeiten, damit umzugehen?

Museen und kulturelle Einrichtungen können hier zeigen, dass sie relevant sind. Wir können die Chancen digitaler Partizipation und entsprechender Tools nutzen, um einen Zugang zu kulturellen Erbe zu schaffen. Und auch hier gilt wieder: Wissen teilen, Austausch fördern, Vernetzungen schaffen, voneinander lernen. Gemeinsam Synergien schaffen und politisch sichtbar sein um zusammen Lösungen zu finden. Für uns ein guter Abschluss der ersten museum4punkt0 impulse-Veranstaltung und gleichzeitig ein toller Start für alle weiteren Veranstaltungen, die wir in diesem Jahr planen. Lasst uns weiterhin gemeinsam lernen und Erfahrungen sammeln!

Einen Wunsch vieler Teilnehmenden können wir sofort einlösen, den nach der Literaturliste von Dr. Silke Feldhoff:

  • Simon, Nina: The participatory museum (Santa Cruz 2010).
  • Gesser, Susanne; Handschin, Martin; Jannelli, Angela; Lichtensteiger, Sibylle (Hg.): Das partizipative Museum. Zwischen Teilhabe und User Generated Content. Neue Anforderungen an kulturhistorische Ausstellungen. Transcript (Bielefeld 2012).
  • Gesser, Susanne; Gorgus, Nina; Jannelli, Angela (Hg.), Das subjektive Museum, 2020
  • Piontek, Anja: Museum und Partizipation. Theorie und Praxis kooperativer Ausstellungsprojekte und Beteiligungsangebote. Transcript (Bielefeld 2017).
  • Mark Terkessidis, Kollaboration, 2015
  • Richard Sennett, Zusammenarbeit, 2020

Ein Beitrag von: Kommunikationsteam Z

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