15. März 2022
Entwickeln, Verbundarbeit, Wissenstransfer

Zum 20. Mal: Vernetzung und Austausch beim Verbundtreffen

Im Austausch: museum4punkt0-Teams über aktuelle Schritte, kommende Veranstaltungen und darüber, wie aufregend es ist, den eigenen Protottyp zu veröffentlichen.

Deutschlandweite Vernetzung im Verbund
museum4punkt0-Teams bereiten die gemeinsame Werkschau und Konferenz vor, Grafik: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / museum4punkt0 / Julia Rhein, CC BY 4.0

Regelmäßig kommen die Teams des deutschlandweiten Verbundprojekts zusammen, um sich zu ihren Entwicklungen und Erkenntnissen im Bereich digitale Vermittlung auszutauschen. Auch beim 20. Verbundtreffen seit Beginn des Projekts 2017 zeigte sich, wie wichtig die enge Vernetzung und der kollegiale Schulterschluss sind.

Wie üblich traf sich der Verbund im digitalen Raum. Deutlich wurde jedoch die Vorfreude auf den persönlichen Austausch im Rahmen eines nächsten in Berlin stattfindenden Verbundtreffens zum Ausdruck gebracht: Auch ein Digitalprojekt braucht gelegentlich die persönliche Begegnung und gemeinsame Kaffeepausen. In Aussicht stehen Werkstattgespräche und die gemeinsame Lösungsfindung im Workshop-Format der kollegialen Fallberatung. Über die regelmäßige Präsentation der Arbeitsstände hinaus soll es Gelegenheit zum Ausprobieren der Prototypen geben. Denn darum geht es in museun4punkt0: um Austausch, gegenseitige Beratung, Vernetzung – gemeinsam für die digitale Vermittlung.

Demnächst: Öffentliche Veranstaltungen von museum4punkt0

Im Frühsommer wird museum4punkt0 eine große Werkschau veranstalten, die sämtliche Projekte an einem Ort zusammenführt: Besucher*innen können museum4punkt0 ganz konkret erleben, sich direkt an den Ständen mit den Teams austauschen und die Tools, die im Projekt entwickeln werden, ausprobieren. Denn in museum4punkt0 geht es nicht allein darum, Prototypen in agilen Arbeitsprozessen zu entwickeln: Chance und Ziel des Verbunds ist es, die Projektarbeit eng zu vernetzen und Ergebnisse ebenso wie Erfahrungen nachhaltig für alle bereitzustellen.

Am zweiten Veranstaltungstag soll eine Konferenz den Diskussionsraum öffnen und zum Austausch über die Perspektiven der digitalen Vermittlung einladen. Es geht um Vernetzung und darum, zur Nachnutzung anzuregen. Externe Expertise wird die Diskussionen und Podiumsgespräche bereichern.

In der nächsten Veranstaltung in der Reihe museum4punkt0 | impulse geht es um digitale Vermittlung historischer Inhalte: „Das Unsichtbare digital erleben! Spielerische Wege zum Vermitteln von Geschichte in der Praxis und Diskussion“ am 23. März 2022 von 14:00 bis 15:30 Uhr. Die interaktive Graphic Novel „Leipzig ’89 – Revolution reloaded“ des Teilprojekts „Vergangene Zukunft“ digital der Stiftung Deutsches Historisches Museum stellen Elisabeth Breitkopf-Bruckschen, Niels Hölmer, Ulrike Kuschel und Thabea Lintzmeyer vor. Die Web-App des Teilprojekts Tracking the Past – Vom Forschungsfeld zum Erlebnisraum der Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese präsentieren Heidrun Derks und Caroline Flöring.

Key Visual gestaltet von Playing History
Key Visual gestaltet von Playing History, Foto: DHM © Gerhard Gäbler, Illustration: Alexander Roncaldier

Die Prototypen werden vor Ort präsentiert und in die digitale Veranstaltung übertragen. Von den Häusern in den digitalen Raum geht es auch in den kommenden museum4punkt0 | impulse-Veranstaltungen. Am 24. April heißt es: „Mit AR Museen erweitern! Content ist King“. museum4punkt0-Teams der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, der Stiftung Deutsche Kinemathek u. a. berichten aus der Praxis und diskutieren Fragen rund um das Thema AR im Museum.

Die Reihe museum4punkt0 | impulse richtet sich gezielt auch an Mitarbeitende kleinerer Kulturinstitutionen unterschiedlichster Vorerfahrung. Wir zeigen, was wir machen, und diskutieren Erfahrungen. Denn der Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg einer bedarfsgerechten, nachhaltigen Nachnutzung.

museum4punkt0-Highlights der letzten Wochen

Das museum4punkt0-Team des Deutschen Historischen Museum hat ihren Prototyp der Gamestation „Leipzig ’89 – Revolution reloaded” veröffentlicht. Bis zum 27. März 2022 können Besucher*innen des Museums die digitale Anwendung testen. Mit dem Prototyp lotet das Team aus, inwieweit sich mithilfe eines digitalen Spiels vermitteln lässt, dass Geschichte ein offener Prozess ist. Im Format einer interaktiven Graphic Novel können Nutzer*innen in eine von sieben Rollen schlüpfen und aus der jeweiligen Perspektive den 9. Oktober 1989 in Leipzig zu erleben. 

Virtuelles Fastnachtsmuseum und 360 Grad-Filme, Screenshots Twitter 10.03.2022
Virtuelles Fastnachtsmuseum und 360 Grad-Filme, Screenshots Twitter 10.03.2022 https://twitter.com/museum4punkt0

Die Narrenzeit im digitalen Raum erleben: Mit den Möglichkeiten digitaler Vermittlung des immateriellen Kulturerbes setzen sich seit 2017 im Rahmen von museum4punkt0 die Teams vom Museum Narrenschopf Bad Dürrheim und Schloss Langenstein auseinander.

Das museum4punkt0-Team vom Badischen Landesmuseum hat einen Toolkit „Transformation des Museumserlebnisses“ veröffentlicht, das als PDF kostenlos verfügbar ist. Das Toolkit versteht sich als Einladung an die Leser*innen, die darin „versammelten Ideen zu nutzen, um [die eigenen] Bedürfnisse und die spezifischen Bedürfnisse [der jeweiligen] Organisationen zu erfüllen, hoffentlich auf unerwartete Weise“ (Transformation des Museumserlebnisses – Ein Toolkit, S. 11).

Transformation des Museums­erlebnisses – Ein Toolkit, CC-BY-SA 4.0

Plattform für digitale Vermittlung: Ausbau der museum4punkt0-Website

Die Projektergebnisse, die seit Beginn des Verbundprojekts 2017 umgesetzt wurden, stehen sukzessive auf der Website von museum4punkt0 bereit: Über diesen zentralen Zugang gelangen alle Interessierten zu den bereitgestellten Codes auf GitHub. Die Ergebnisse sind filterbar nach Projekten, Rubrik und Schlagworten und es gibt eine Volltextsuche. Künftig werden weitere Ergebnisse hier veröffentlicht.

Die museum4punkt0-Website versteht sich als Plattform für das Thema digitale Vermittlung, die weiter ausgebaut wird. Neben den Ergebnissen aus dem Verbundprojekt, Hinweisen auf öffentliche Veranstaltungen und Informationen über die einzelnen Projekte wird die Plattform künftig um eine Bestandsaufnahme und Empfehlungen zum Thema digitale Anwendungen und immaterielles Kulturerbe erweitert. Perspektivisch soll die Website eine zentrale Anlaufstelle für Fragen und Bedarfe rund um das Thema digitale Vermittlung sein.

Was passiert gerade im deutschlandweiten Testlabor für digitale Vermittlung?

„Schön zu sehen, dass museum4punkt0 blüht und gedeiht“, so die Leiterin des Verbunds, Monika Hagedorn-Saupe. Viele Entwicklungen befinden sich auf der Zielgeraden, Prototypen nehmen Gestalt an und dürfen sich nach vielen agilen Entscheidungsprozessen, Tests, Workshops mit Fokusgruppen und Optimierungen „live“ bewähren.

Beispielsweise berichtetet Marie Florentine Holte aus dem Team der Klassik Stiftung Weimar von Testings mit Fokusgruppen unterschiedlichen Alters, mit Fachpublikum, Familien usw. Auf der Grundlage von Beobachtungen und Rückfragen passt sie mit ihrem Team das Tool momentan an. Auch die kollegiale Beratung mit den Verbundkolleg*innen half: So ließ sich die technische Herausforderung lösen, Marker für die Augmented Reality-Anwendung zur Einsicht historischer Bände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu installieren. Und so heißt es bald: „Go live!“

In einer der Breakout-Sessions fokussierten sich die Teilnehmenden auf das Thema Marketing. Das Team der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen berichtete von Erfahrungen mit einer Kooperation mit der Makromedia Hochschule Berlin. Die Zusammenarbeit ergab wichtige Anregungen etwa zu der Frage, wie es gelingt, mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen, zur Planung (kostengünstiger) Events und Wettbewerbe, die Partizipation und Streuung ermöglichen. Projektleiter Florian Bolenius bilanzierte, dass sich der Arbeits- und Ressourcenaufwand einer solchen Kooperation ungemein lohne, um innovativ und unvoreingenommen an die Dinge heranzugehen. Der Perspektivwechsel und das Feedback waren wertvoll. Am digitalen Thementisch ging es darum, wie Guerilla-Marketing eine App zu ihrem Start bekannt machen kann und darum, wie eine Anwendung langfristig im Bewusstsein der Nutzenden bleibt.

Zurück an den Schreibtisch, zurück ins Testlabor: Die Teams setzen ihre ehrgeizigen Projekte in den nächsten Wochen mit großem Einsatz fort, um sich, sofern die pandemischen Entwicklungen dies zulassen, beim nächsten Verbundtreffen in persona, bei einer analogen Tasse Kaffee, erneut gegenseitig zu beraten und dann bald im Rahmen der öffentlichen Werkschau ihre Anwendungen zu präsentieren.

Ein Beitrag von: Dr. Maite Kallweit

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Teilprojekt: Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung
Teilprojekt

Zentrale wissenschaftliche Projektsteuerung

Das museum4punkt0-Team der Stiftung Preußischer Kulturbesitz steuert das Verbundprojekt, kommuniziert die Projektarbeit, organisiert den Erfahrungsaustausch, teilt Wissen im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen und stellt die Projektergebnisse bereit.
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